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Greenpeace Köln: Im grünen Shirt aktiv

Mehr Platz für Radfahrende und Fußgänger, mehr saubere Energie, weniger Plastik im Rhein: Bei Greenpeace Köln engagieren sich rund 100 Menschen im Alter von 14 bis 90 Jahren für eine lebenswerte Stadt.

Swantje hat sich einen Schweinekopf übergestülpt. Auch Marko hat einen rosa Pappschädel aufgesetzt. Neben ihnen stehen Serkan und Inge. Sie tragen grüne T-Shirts mit dem Schriftzug „Greenpeace“, halten ein Transparent und verteilen Flyer. Vor dem Kölner Supermarkt fallen die Vier mächtig auf. Das wollen sie, denn sie engagieren sich gegen Billigfleisch aus tierschutzwidriger Haltung. „Ich möchte, dass den Supermarktbetreiber:innen und den Kund:innen bewusst wird, dass sich etwas ändern muss“, sagt Swantje. „Deswegen mache ich bei Greenpeace mit.“ Swantje, Marko, Serkan und Inge sind vier von knapp 100 Menschen, die sich in der Kölner Ortsgruppe der Umweltorganisation engagieren. Bei Aktionen wie vor dem Supermarkt, mit Demonstrationen, durch Vorträge in Schulen, mit Infoveranstaltungen in Stadtteilen oder bei Vereinen.

100 Greenpeace-Gruppen in Deutschland

Greenpeace wurde 1971 gegründet und ist heute in fast 60 Ländern aktiv. Die Umweltorganisation kämpft mit direkten, gewaltfreien Aktionen für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Mensch und Natur sowie für Gerechtigkeit für alle Lebewesen. Die Zentrale von Greenpeace Deutschland hat ihren Sitz in Hamburg. Hier entwickeln hauptamtlich Mitarbeitende Kampagnen und unterstützen die rund 100 Ortsgruppen in Deutschland, in denen sich Menschen ehrenamtlich engagieren. In Deutschland gewährleisten 600.000 Fördermitglieder durch ihre Spenden, dass Greenpeace arbeiten kann. Denn Greenpeace ist unabhängig von Parteien, Regierungen oder Konzernen.
Mehr Infos unter: www.greenpeace.de

Jede:r kann mitmachen, soviel er oder sie möchte

Alle sind ehrenamtlich unterwegs. „Jede und jeder kann mitmachen“, erläutert Claudia Mayer, Ansprechpartnerin der Arbeitsgruppe Energie und Mobilität. „Man muss kein Wissen mitbringen und es gibt keine Zeitkontingente. Steht etwas an und man hat Zeit und Lust, kann man dabei sein. Wenn nicht, dann nicht.“ Wer möchte, kann zudem an Schulungen teilnehmen und das Wissen zu verschiedenen Themen vertiefen oder lernen, auf der Straße gut zu kommunizieren.

Die Kölner Greenpeacer:innen beteiligen sich nicht nur an Aktionen, die bundesweit laufen – etwa Kampagnen gegen Billigfleisch, für die Energiewende oder gegen das geplante Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit den sogenannten Mercosur-Staaten Argentinien, Paraguay, Uruguay und Brasilien. Besonders wichtig ist ihnen das Engagement für Umweltthemen, die das Leben in Köln und Umgebung beeinflussen. Greenpeace möchte, dass

  •  Köln lebenswerter wird für alle Bewohner:innen und sicherer für Zufußgehende und Radfahrende
  • die Energiewende gelingt und die Menschen in Köln kurzfristig mit Strom und Wärme aus erneuerbaren Quellen versorgt werden.

Themenorientierte Arbeitsgruppen

Weil es viel zu beackern gibt, hat Greenpeace Köln Arbeitsgruppen gebildet:

  •  Energie und Mobilität
  • Nachhaltige Landwirtschaft
  • Meere, Wälder und Artenvielfalt
  • Frieden.

Außerdem gibt es die Jugendaktionsgruppe, die Radio-AG, die monatlich eine Sendung produziert, und das Team 50plus, in dem sich Ältere themenübergreifend engagieren können. Manche Greenpeacer:innen sind in mehr als einer AG tätig, kümmern sich zusätzlich um die Social-Media-Kanäle oder wollen Diversität innerhalb der Ortsgruppe und die Vernetzung mit anderen Kölner Organisationen voran bringen. „Wir möchten gern mehr in und für einzelne Stadtteilen tun“, sagt Katrin Jakobs, Ansprechpartnerin für Diversität.

Trotz Pandemie viel auf die Straßen gebracht

2020 und 2021 hat die Coronapandemie viele Veranstaltungen erschwert oder unmöglich gemacht. Dennoch hat Greenpeace Köln viel auf die Straßen gebracht.

  •  Ziel Mobilitätswende Köln: Mehrfach wurden temporäre Fahrradspuren aufgebaut, sogenannte Pop-Up-Bikelanes, zum Beispiel zwischen Rudolfplatz und Neumarkt.
  • Ziel Klima- und Energiewende in Köln: Greenpeace unterstützte das Bürgerbegehren der Klimawende Köln und sammelte Unterschriften.
  • Ziel Klimaerhitzung stoppen: Die Kölner beteiligten sich an Demonstrationen von Fridays for Future und Alle Dörfer bleiben sowie gegen die Verfeuerung von Kohle im Heizkraftwerk Merkenich.
  • Ziel nachhaltige Landwirtschaft: Greenpeace sammelte Informationen über den Verkauf von Fleisch der schlechtesten Haltungsstufen 1 und 2 in Supermärkten und Discountern.
  • Ziel saubere Gewässer: Greenpeace untersuchte, wo wieviel Kunststoff am Rheinufer auf Kölner Gebiet angeschwemmt wird.

„Trotz Coronapandemie haben 2020 viele Menschen zu unserer Gruppe gefunden“, sagt Katrin Jakobs. „Das ist toll. Wir hoffen, dass es so weitergeht. Denn je mehr wir sind, desto mehr können wir bewegen!“

Sie wollen auch etwas unternehmen?
Sprechen Sie Greenpeace Köln an! Oder informieren Sie sich beim Neuentreff am 1. Mittwoch jeden Monats ab 20 Uhr! Anmeldung unter info@koeln.greenpeace.de.
Mehr Infos über Greenpeace Köln finden Sie auf: www.koeln.greenpeace.de

Text und Foto: Greenpeace Köln.