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Chorweiler feiert den Weltkindertag

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Chorweiler Abendfrieden, Foto Petelkau
Chorweiler Abendfrieden, Foto Petelkau
Frieden ist leider ein immer noch aktuelles Thema. Auch wir spüren die mittelbaren Auswirkungen, insbesondere durch die Flüchtlinge. Daher soll auf Anregung des Bezirksbürgermeisers Zöllner diese Veranstaltung zudem eine Willkommensgeste für die Flüchtlinge im Stadtbezirk sein. Die aktuellen Terrorereignisse in Frankreich haben diesen Abendfrieden überschattet.

Etwa 200 Teilnehmer aus der Umgebung, sowie die höheren und lokalen Politiker kamen zu diesem besonderen Abendfrieden im neuen Jahr.

Die Ansprache des Pfarrers Neukirchen war bewegend in der Einleitung, als die spontan entstandenen Symbole aufgrund von Terroranschlägen von ihm aufgezeigt wurden. Zunächst einmal das sehr aktuelle Schild "Je suis Charlie", dazu muss heute nichts weiter gesagt werden. Ebenfalls eine einzelne Rose, die ein Zeichen für die friedlichen Demonstrationen in Norwegen war, nach den Terroranschlägen 2011 eines Einzeltäters.

Auch der Oberbürgermeister, Herr Roters, sprach ein paar Worte. Der Zusammenhang zu Paris und dem Namen des Platzes wurde hervorgehoben. Ebenfalls beeindruckte die Aussage, dass eine Bewegung von unten, von der Bevölkerung direkt, ein gutes Fundament zu einer nachhaltigen Veränderung hat.

Auch beeindruckend war die kurze Ansprache des Vorsitzenden der DITIB Chorweiler, Herr Hakan Aydin, was ihm ein Herzensanliegen war. Darin wurden die Taten in Paris mit aller Deutlichkeit verurteilt und diese keinesfalls dem islamischen Glauben entsprächen. Er zitierte aus der 5. Sure, Vers 32 des Koran: "Wer einen Menschen tötet, so ist es als hätte er alle Menschen getötet und wer einen Menschen rettet, so ist es als hätte er alle Menschen gerettet."

Der Chorweiler Abendfrieden wird weiter gefeiert am ersten Sonntag im Monat, in den Wintermonaten um 17:30 Uhr (hier).

12.Jan.2015, S. Yeh
Bild: Herr Bernd Petelkau, MdR und Parteivorsitzender CDU Köln

 


Ansprache zum Chorweiler Abendfrieden am 11.01.2015 um 17.30 Uhr
auf dem Pariser Platz von Pfr. Ralf Neukirchen

Sehr geehrter, lieber Herr Oberbürgermeister Jürgen Roters,

sehr geehrter, lieber Herr Bürgermeister Hans-Werner Bartsch,

sehr geehrter, lieber Herr Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner,

verehrte Damen und Herren aus Politik und Gesellschaft, die Sie heute so zahlreich hergekommen sind,

liebe Mitglieder des Runden Tisches Frieden hier im Stadtbezirk Chorweiler,

liebe Gäste des heutigen Chorweiler Abendfriedens!

 

Es gibt Gesten und Symbole – die sind voll positiver Kraft! In entscheidenden Situationen werden sie „wie von selbst“ zur gemeinsamen Sprache vieler Menschen unterschiedlicher kultureller oder religiöser Herkunft – Sie sind Ausdruck einer gemeinsamen Sinneshaltung! – In ihnen klingt an, was viele fühlen und was nicht die Unwahrheit sein kann. Oft stellen wir uns dankbar und sehr gerne hinter diese Symbole und Gesten, weil sie uns helfen, uns da mitzuteilen, wo Worte fehlen. – Ich möchte hier zwei Beispiele zeigen: Ein Schild mit der Aufschrift: „Je suis Charlie!“ und eine Rose!

Die Rose: Ich erinnere heute besonders an diese norwegische Geste aus dem Jahr 2011, die in der Folge der barbarischen Anschläge in Oslo und Utoya tausende Menschen aufgriffen: Sie gingen friedvoll auf die Straßen und Plätze und hielten eine Rose hoch. Diese Bilder beeindruckten mich tief. Ministerpräsident Jens Stoltenberg, fasste die Situation damals so zusammen: „Ich bin dankbar, in einem Land zu leben, in dem die Menschen in einer kritischen Lage mit Blumen und Kerzen auf die Straße gehen, und Wache stehen für die Demokratie.“ Und Kronprinz Haakon sagte: „Heute haben wir die Straßen mit Liebe gefüllt“. Grausamkeit wollte man mit Nähe beantworten, Hass mit Zusammenhalt.

Liebe Gäste des Chorweiler Abendfriedens! Die Friedensglocke läutet heute auch auf Anregung unseres Bezirksbürgermeisters Reinhard Zöllner und mitgetragen von den Mitgliedern des Runden Tisches Frieden auch als Willkommensgeste für Flüchtlinge in unserer Stadt Köln und unserem Stadtbezirk. Uns muss klar sein, dass viele Menschen, die als Flüchtlinge zu uns kommen, traumatische Erlebnisse hinter sich haben! Uns muss klar sein, dass sich wohl niemand eine solche Situation ausgesucht hat. Uns muss klar sein, dass es nicht leicht sein wird, allen Herausforderungen fehlerfrei zu begegnen. Uns muss klar sein, dass wir alle einander helfen müssen – vor allem aber den Menschen in Not!

Aber uns muss doch auch immer klarer werden, dass wir dankbar sein dürfen, in einem Land zu leben, in dem die allermeisten Menschen in einer kritischen Lage Wache stehen für Demokratie, wahre Mitmenschlichkeit und für eine Kultur der Toleranz und des Friedens untereinander!

Wir setzen mit dem Läuten unserer Chorweiler Friedensglocke heute einmal mehr ein musikalisches Friedenszeichen. Obwohl unsere Glocke klein an Größe ist, möge ihr Klang weit tragen! In ihrem Läuten vereinen sich doch Friedensstimmen aus 52 Nationen und allen großen Weltreligionen.

Theodor W. Adorno, der große Musiktheoretiker, der den traditionellen Religionen bekanntlich mehr als reserviert gegenüberstand, hat einmal bei einer Diskussion über Offenbarung und autonome Vernunft eingestanden: „Wenn ich große Musik höre, dann glaube ich zu wissen, dass das, was diese Musik sagt, nicht die Unwahrheit sein kann.

Heute berührt uns besonders, dass die Friedensglocke auch in französischer Heimaterde gegossen wurde – und der französische Botschafter Maurice Gourdault-Montagne hatte uns außerdem für den Glockenguss Erde vom Botschaftsgelände am Pariser Platz Berlin für den Pariser Platz Chorweiler mit dem Gruß Liberte´- Egalité – Fraternité zugesandt.

Viele Menschen aus dem Stadtbezirk Chorweiler, aus Politik und Gesellschaft, stehen heute mit EINER Sinneshaltung an diesem Musikinstrument. Angesichts einer unverzichtbaren Toleranz-, Friedens- und Willkommenskultur erinnert uns das Läuten der Chorweiler Friedensglocke u. a. daran, dass man an einem Ort friedlich miteinander leben kann, ohne die eigenen Überzeugungen aufgeben zu müssen. – Das ist ein wertvolles Stück Chorweiler! Ein kostbares Stück Köln! Und ein klangvolles Friedenszeichen für die Welt!

Frieden bewahren ist möglich! Wenn uns gleich unsere Chorweiler Friedensglocke diese große Musik hören lässt, dann möge sie uns ahnen lassen, „dass das, was sie sagt, nicht die Unwahrheit sein kann.“

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