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Projekt Kinderstadt – lernen fürs Leben

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Russische Bibliothek in Seeberg
Russische Bibliothek in Seeberg
In Chorweiler leben weit über 100 Ethnien. Manche zählen nur wenige Vertreter, einige sind mit Tausenden Menschen hier zu Hause. Die russische Sprache ist mittlerweile aus dem Straßenchor des multikulturellen Stadtteils nicht mehr wegzudenken. 2009 promovierte Frau Natalia Kühn an der Universität zu Köln und beschäftigte sich mit dem Thema russichsprachige Diaspora in Deutschland und Kanada. Einen großen Teil des faktischen Materials hat sie dabei aus Köln und speiziell aus Chorweiler gewonnen. Wir veröffentlichen, mit freundlichen Erlaubnis von Frau Kühn, den Abschnitt ihrer wissenschaftlichen Arbeit, in dem Sie sich auf Chorweiler bezieht.
Die Arbeit von Frau Kühn ist als Taschenbuch bei AMAZON bestellbar: Die Wiederentdeckung der Diaspora: Gelebte Transnationalität russischsprachiger MigrantInnen in Deutschland und Kanada (German Edition) Wir haben vor weitere wissenschaftliche Publikationen, die sich mit Chorweiler beschäftigen, auf unsereren Seiten vorzustellen. 02.12.2015, Alexander Litzenberger

 

Die Wiederentdeckung der Diaspora (Auszug)

[...] Eine überproportionale Konzentration der russischsprachigen Migranten auf einige wenige Stadtbezirke ist genauso in den Großstädten Nordrhein-Westfalens und speziell in Köln zu verzeichnen. Wie die unten angeführte Graphik zeigt (in absoluten Zahlen und in %) bewohnt die überwiegende Mehrheit von ihnen Köln-Chorweiler (19%), Köln-Porz (18%), und Köln- Kalk (16%).
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Im Gegensatz zu Berlin haben die Randbezirke der Stadt Köln einen überdurchschnittlich hohen Anteil an ausländischen Bewohnern. So sind in Köln-Chorweiler 39,4% aller Bewohner Ausländer, in Köln-Kalk sind es 39,2% und in Köln-Porz – 27,7%. Dabei folgt die Besiedlung dieser Stadtteile dem von den Soziologen der Chicagoer Schule bereits beschriebenen Muster. Eine Migrantengruppe folgt der anderen. Wenn sich die Neueinwanderer einigermaßen eingelebt haben, verlassen sie zum Teil die Neubaugebiete von Porz oder Chorweiler und räumen den Platz für diejenigen, die nach ihnen kommen. Wenn noch vor 20 Jahren in Köln-Chorweiler von Klein-Istambul die Rede war, so war es vor 15 Jahren Klein-Warschau und ist jetzt eindeutig Klein-Moskau. Den verstärkten Zuzug in diese Stadtbezirke begünstigen die relativ niedrigen Mietpreise der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften, viele leerstehende Wohnungen in den Mehrfamilienhäusern, bereits vorhandene Kontakte zu Verwandten, die schon länger dort wohnen und nicht zuletzt die bereits vorhandene „russische“ Infrastruktur, die zumindest zu Anfang sehr stark in Anspruch genommen wird.

Über die Techniken der Wohnungsbeschaffung ist nicht viel zu sagen. Die Migranten erhalten ihre Wohnungen z.T. durch Vermittlung der gemeinnützigen Institutionen und verschiedener kirchlichen Gemeinden, z.T. durch direkte eigene Bewerbung bei Wohnungsgesellschaften, z.T. durch Bekannte, Verwandte oder „russische“ Makler. Ein geringer Prozentsatz von Wohnungen – oft Seniorenwohnungen – wird direkt vom Wohnungsamt angeboten. Beim Erstumzug aus dem Heim ist in aller Regel ein Wohnberechtigungsschein vorhanden.

"Wenn noch vor 20 Jahren in Köln-Chorweiler von Klein-Istambul die Rede war, so war es vor 15 Jahren Klein-Warschau und ist jetzt eindeutig Klein-Moskau."

Der Bezug von HarzIV- Leistungen ist für die Wohnungssuche zumindest bei gemeinnützigen Unternehmen kein Hindernis, u.a. weil Mietzahlung relativ garantiert ist. So sind es auch meistens die Wohnungen im sozialen Wohnungsbau, die nach dem Aufenthalt in einer Notwohnung, bzw. im Heim bezogen werden. Sie gelten bei den Zuwanderern zudem als kündigungssicher. Bei der Wahl des Wohnraumes zeigen sich die Präferenzen der jüdischen Zuwanderer. Anders als die Spätaussiedler, die meistens vom eigenen Häuschen träumen, bevorzugen sie städtische Ballungsgebiete mit guten Kommunikationswegen und entwickelter Infrastruktur, Neubauwohnungen in den Mehrfamilienhäusern, die aber nicht im Erdgeschoss und nicht im letzten Stockwerk liegen, Wohnungen mit unbedingt abgetrennter Küche und nach Möglichkeit keinen Durchgangszimmern.

Der neue Ortsbezug ist zunächst nicht an irgendwelche vertraute Bauten und Plätze gebunden. Es wird, besonders von den Älteren, rational nach der Überschaubarkeit des (auch räumlichen) Lebensumfeldes entschieden: Kurze Wege zum Sozialamt, die U-Bahn, S-Bahn oder ein Bus in unmittelbarer Nähe, die Kinder bzw. Geschwister in der Nebenstrasse oder im Haus nebenan etc. vermitteln eine gewisse Sicherheit. Zudem beschränkt sich ihr sozialer und räumlicher Aktionsradius sehr häufig auf die Achsen Supermarkt – Sozialbehörde – Arzt – Wohnung der Kinder (wenn vorhanden).

Jetzt haben wir es gut. Meine Tochter wohnt im Haus nebenan. Wenn sie jetzt nachmittags arbeiten geht, kann ich auf die Kinder aufpassen. Wenn mit mir was passiert, dann ist sie schnell da. Ich bin ja auch nicht mehr die Jüngste. Bis zu meiner Schwägerin muss ich nur zwei Haltestellen fahren. Lidl ist ja auch in der Nähe, ich brauche nicht mal fahren. Ich habe so eine Einkaufstasche, die ich rollen kann.“ Diese Äußerung der 73jährigen Anna (Mutter von Lena B.) ist stellvertretend für das Empfinden vieler Migranten.

Mit dem Finden einer den eigenen Vorstellungen entsprechenden Wohnung steigt bei vielen Migranten die Zufriedenheit insgesamt. Der Wohnbereich genießt außerordentlich hohe Wertschätzung als Nische, für die Kommunikation mit anderen und als einer der wenigen wirklich selbstbestimmten Bereiche in der neuen Umgebung.

Das Vorhandensein einer entwickelten „russischen“ Infrastruktur spielt mittlerweile bei vielen, besonders älteren Migranten, eine Rolle. Eine sprachlich gemischte bzw. russische Sprachumgebung, Geschäfte, die gewohnte Lebensmittel und Zeitungen anbieten, russischsprachige Ärzte und Kfz-Mechaniker schaffen ein Gefühl von Zuhause. „Ich möchte hier gar nicht mehr weg. Sicher ist die Wohnung eine der billigen, ich könnte mir jetzt, wo ich arbeite, eine bessere leisten. Aber die Nachbarn sind Russen. Wenn ich Hilfe brauche, kann ich da kurz vorbei... Ein russisches Geschäft ist in der Nähe. Wenn ich Zeit habe, halte ich da einen Plausch und erfahre die letzten Nachrichten von unserer „Kolonie“. (Anja, Krankenschwester, 42 Jahre alt, seit 12 Jahren in Deutschland).

Auch wenn die russischsprachigen Migranten sich beruflich verbessern und sich den Kauf eines Hauses oder einer Eigentumswohnung leisten können, bleiben sie nicht selten in einer gewohnten Umgebung oder schaffen sich eine solche. So wird beispielsweise eine ganze Straße in einem Neubaugebiet von Frechen bei Köln von russischsprachigen Hausbesitzern bevölkert. „Es war so... Zuerst kam mein russischer Kollege, er hatte da ein Reihenhaus gekauft. Der <Immobilien>makler war wohl vertrauenswürdig. Ich dachte, unsere Kinder könnten zusammen zur Schule gehen. Ich kaufte mir auch ein Haus dort... Dann kam Galina <die Nachbarin von links> mit ihrer Familie, und dann die anderen. In unserer Straße wird nur russisch gesprochen.“ (Iosif, 47 Jahre alt, Flugzeugingenieur, seit 17 Jahren in Deutschland).

[...]

Faktenbox: Die russisch(sprachig)e Diaspora besteht aus mehreren Personengruppen

Die russisch(sprachig)e Diaspora zählt mittlerweile über 30 Mio. Menschen, die weltweit außerhalb der Grenzen der heutigen Russischen Föderation leben. Fast 3 Mio. davon leben allein in Deutschland, über 400.000 – in Kanada. Den Großteil von diesen 3 Mio. bilden in Deutschland zwei Einwanderergruppen: deutsche Spätaussiedler und jüdische Zuwanderer aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Während die wichtigsten Herkunftsgebiete der Spätaussiedler die ländlichen Gegenden der Russischen Föderation und Kasachstans sind, kommen die meisten jüdischen Zuwanderer aus den urbanen Zentren Russlands und der Ukraine: Moskau, St. Petersburg, Kiev, Odessa, Dnepropetrovsk. Während die Gruppe der Spätaussiedler etwas jünger als der Durchschnitt der deutschen Bevölkerung ist, weist die Gruppe der jüdischen Zuwanderer eindeutige Züge der Überalterung und entspricht so dem deutschen Durchschnitt. Die Geschlechtsstruktur beider Migrantengruppen ist nahezu ausgeglichen.

Die Berufsstruktur der jüdischen Zuwanderer zeichnet sich durch eine gewisse „Kopflastigkeit“ aus. Den Großteil der Neuzuwanderer (fast 75%) bilden die Vertreter der akademischen Berufe, die allerdings aus verschiedenen Gründen nur sehr schwer den Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt finden. Die meisten Spätaussiedler (ca. 67%) sind in den einfacheren Berufen tätig.
Die Arbeitslosigkeit unter ihnen entspricht dem Durchschnitt der deutschen Migrationsbevölkerung. Beide Gruppen weisen typische Merkmale der „ethnischen“ Zuwanderung und der Kettenmigration auf. Sie wandern im Familienverbund aus und stützen sich auf die „verpflanzten“ Verwandtschaftsnetzwerke.

Andere Personengruppen: Hoch qualifizierte Spezialisten, Geschäftsleute, die sich gewohnheitsmäßig zwischen zwei oder mehreren Ländern bewegen, Studenten und Stipendiaten, Ehepartner (meistens Ehefrauen) deutscher und nichtdeutscher Bürger, Au-Pair-Mädchen, Pendelmigranten und nichtdokumentierte Migranten machten bis jetzt noch einen geringen Teil der russisch(sprachig)en Diaspora in Deutschland aus. Sie zeigen aber eine steigende Tendenz.

Natalia Kühn (Info zur Person)

Natalia Kühn
Natalia Kühn
Nach einem abgeschlossenen Studium der angewandten Sozialwissenschaften und einer langjährigen Berufstätigkeit in verschiedenen Feldern der interkulturellen Sozialen Arbeit wurde Natalia Kühn an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln zum Thema: „Die Wiederentdeckung der Diaspora“ promoviert. Ihr Forschungsinteresse gilt der Neuen Mobilität und ihren Auswirkungen auf die Diversifizierung der Sozialen Arbeit vor Ort sowie den Schnittstellen zwischen den informellen transnationalen Netzwerken und den Institutionen eines Sozialstaates.

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Larissa Owtscharenko
Die Autorin hat alles trefflich beschrieben. Natürlich ist für Neuankömmlinge einfacher mit Landsleuten zu kommunizieren. Nur in meinsten Fällen bleiben sie auch weiterhin dabei. Parallelgeselsc haften festiegen sich noch stärker. Wie soll dann Integration funktionieren? Eigentlich, man braucht überhaupt keine. Das ist leider oft realität. Schöne Grüße.

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