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Demnächst im GAG-Bestand. Foto: S. Simon
Demnächst im GAG-Bestand. Foto: S. Simon
„Chorweiler ist einer der letzten Stadtteile in Köln, wo integrierte Stadtentwicklungspolitik noch möglich ist,“ - mit diesen Worten begann Kathrin Möller, GAG Vorstand, ihren Vortrag am 19. April im Haus der Architektur Köln. Sie berichtete vor knapp 45 Teilnehmern über zwei Projekte der städtischen Wohnungsbaugesellschaft in Chorweiler.

In der Swinestraße in Chorweiler-Nord, angrenzend an die Waldorfschule, wird die GAG auf einem ca. 16.000 qm großen Grundstück rund 250 neue Wohnungen in unterschiedlichen Größen bauen. Knapp 2/3 der Wohnungen sollen öffentlich gefördert werden. Das Unternehmen verfolgt mit dem Projekt das Ziel eine ausgewogene soziale Mischung der Mieterschaft zu erreichen.

Vortrag von Frau Möller (GAG) am 19. April im Haus der Architektur Köln. Foto: Haus der Architektur Köln.
Vortrag von Frau Möller (GAG) am 19. April im Haus der Architektur Köln. Foto: Haus der Architektur Köln.
Ein Teil der Wohnungen wird für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Einen speziell für dieses Projekt organisierten Wettbewerb „Landeswettbewerb Neues Wohnen“ gewann das junge Architekturbüro „Querfeld eins“ aus Dresden, dessen erster großer Auftrag es auch zugleich gewesen ist. (wir haben berichtet)

Wesentlich komplexer ist die Situation rund um die knapp 1.200 Wohnungen der s.g. „Schrottimmobilie“ in Chorweiler-Mitte. Seit ca. 10 Jahren stehen die Hochhäuser, die fast 2.800 Menschen ein Dach über dem Kopf bieten, unter Zwangsverwaltung. Im zähen Ringen mit den Gläubigern ist es der kommunalen Politik und der GAG gelungen, einen Ausweg aus der prekären Lage zu finden. Wenn alles nach Plan läuft, gehen die maroden Gebäude im Mai in den Bestand der GAG über.

Das Vorhaben ist auch für die finanziell gut aufgestellte Wohnungsbaugesellschaft, die zur zweiten Hälfte in privater Hand ist, eine erhebliche Herausforderung. Die Stadt Köln beiteiligt sich mit einem Zuschuss in Höhe von 35 Mio. Euro. Im Gegenzug verpflichtet sich die GAG die Immobilie innnerhalb von 10 Jahren sozialverträglich instand zu setzen

Die GAG bemüht sich zur Zeit allzu große Erwartungen zu dämpfen. Für energetische Sanierung oder aufwändige Modernisierung der Wohnungen seien keine Reserven da. Der Brandschutz wird verbessert, Aufzüge instand gesetzt, Treppenhäuser werden gestrichen, dem Schimmel wird der Kampf angesagt. Das Wohnungsunternehmen will die Mieterbetreuung verbessern, einen Concierge-Dienst in den Häusern installieren, Hausmeister einstellen.

Vorstand der GAG Immobilien AG: Kathrin Möller und Uwe Eichner. Foto: GAG Immobilien AG
Vorstand der GAG Immobilien AG:  Kathrin Möller und Uwe Eichner. Foto: GAG Immobilien AG
In Chorweiler-Nord betreibt das Unternehmen bereits seit Jahren ein Service-Büro. Nun wird ein weiteres in Chorweiler-Mitte mit 12 Mitarbeitern und einem Sozialarbeiter eingerichtet, speziell für die Betreuung des neuen Wohnkomplexes, in dem 2/3 der Mieter Unterstützung von der ARGE beziehen.

Ganz ohne Miterhöhungen wird die Instandsetzung nicht auskommen, aber sie werden moderat ausfallen und auch erst dann, wenn die Renovierungsarbeiten ihre Früchte zeigen werden. Langfristig ist die GAG verpflichtet den Wohnraum weiterhin günstig anzubieten. Wie angespannt die aktuelle Lage auf dem Wohnungsmarkt ist, veranschaulicht die Tatsache, dass es selbst in dem vernachlässigten Bestand in der Stockholmer Allee und in der Osloer Straße kaum noch Leerstand gibt. Die Fluktuation liegt bei null Prozent.

Die Übernahme der Hochhäuser in Chorweiler will die GAG mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit und Bürgerbeteiligung flankieren.

21.04.2016, Alexander Litzenberger Weiterführende Links:

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