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Größer und schöner – die minibib steht nun in Chorweiler

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b_350_197_0_00_images_Artikel_Chorweiler_2016_12_chorweiler-2.jpgLeider ist schon wieder einige Zeit verstrichen, um meinerseits auf das Thema zu antworten. In der ruhigen Weihnachtszeit war es mir nun möglich, auf ein paar Punkte von Herrn Syrota einzugehen.

Zunächst einmal gefällt mir, dass der Autor relevante Punkte benannt hat und darauf eingegangen ist. Wenn es das Ziel war, damit einen Diskurs zu beginnen, ist damit eine erste Basis geschaffen worden. Problematisch darin finde ich jedoch, was ich wie folgt wahrgenommen habe:

 

  • Bei vielen der aufgeführten Erläuterungen hat die „Politik“ kaum Einfluss nehmen können, da weitgehend ganz andere Hintergründe vorliegen. Somit ist eine „Abrechnung“ eher unpassend.
  • Problematiken anzusprechen ist ein erster Schritt, mögliche Lösungsansätze fehlen leider in weiten Bereichen. Fragen in den „Flur“ auszurufen, wie am Ende jeden Kapitels, sind genauso wenig Lösungsansätze und implizieren allenfalls, dass keinerlei eigenes Engagement zur Behebung eingebracht werden soll.
  • Eine genauere Recherche zu den Punkten ist dringend zu empfehlen. Einige Behauptungen sind nicht zutreffend oder es liegen zumindest bestimmte Sachverhalte vor, die dazu geführt haben.

Auf einige der Thesen möchte ich nun eingehen und zur Aufklärung beitragen.

Jugendbetreuung und politische Beteiligung

In der Tat ist es traurig, wenn bei der Jugendbetreuung regelmäßig Kürzungen vorgenommen werden. Ziemlich beschämend fand ich, dass zu wenig Mittel für Streetworker hier im Norden zur Verfügung gestellt wurden, im gleichen Zug aber welche am Brüsseler Platz eingesetzt werden sollten, um den Feiernden schonend aber nachhaltig die Sperrstunde beizubringen.

Es ist nun aber nicht so, dass in Chorweiler für die Kinder und Jugendlichen nichts angeboten wird. Im Bürgerzentrum werden jedes Jahr verschiedene Programme und Freizeiten angeboten, es gibt verschiedene Beratungsangebote und sogar einmal im Jahr wird speziell für Schüler als Gäste eine Sitzung der Bezirksvertretung abgehalten. Auch die Kinderstadt in den Sommerferien ist erwähnenswert, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Politische Beteiligung ist ebenso möglich. Dazu kann man über die oben genannten Programme herangeführt werden oder auch gezielt über den Bürgerverein (siehe unten) oder mittels Kontaktaufnahme bei den örtlichen Politikern.

Angebote gibt es gewiss, jeden Einzelnen von der Haustür abzuholen kann aber sicher nicht verlangt, sondern ein wenig Eigeninitiative kann erwartet werden.

Infrastruktur

Wer das leidige Thema der Autobahnbrücke genauer verfolgt hat, dem ist bekannt, dass es vor dem Bau der Schleusen intensive Kontrollen gegeben hat, sowie weit vor der Brücke auch eine deutliche Beschilderung nach internationalem Standard. Dennoch fuhren vor dem Errichten der Schleuse täglich etwa 300 LKW über die Brücke und vergrößerten die Beschädigung. Wie so oft muss wegen einiger Egoisten nun die Allgemeinheit darunter leiden. Eine komplette Sperrung der Brücke aufgrund zu starker Beschädigungen wäre aber weitaus dramatischer, das ist unstrittig. Vorwerfen kann man der (Bundes-)Politik allerdings, dass es bei so vielen Brücken erst so weit kommen musste.

Die Auffahrt der A57 in Richting Düsseldorf ist m.E. weniger dramatisch als so oft dargestellt. Über das einige Km daneben liegende Kreuz Köln-Nord ist eine Auf- und Abfahrt nach und von Düsseldorf mit wenig Fahrtaufwand machbar. Im Übrigen liegen schon Entwürfe für eine bauliche Veränderung vor. Ähnlich wie beim Bau der Autobahnbrücke ist aber mit Widerstand der Anwohner zu rechnen, da die Zubringer deutlich näher an die Wohnhäuser von Lindweiler herankommen werden.

Wie mit den Hochhäusern in Chorweiler umzugehen ist, dafür gibt es bestimmt kein Patentrezept. Wenn nun alles neu gebaut werden soll, drängt sich automatisch die Frage auf, was mit den jetzigen Bewohnern geschehen soll. Wo sollen diese in der Bauphase untergebracht werden? Können diese nach Abschluss zurückkehren oder kommt es auch hier zur Gentrifizierung? Mit den erwähnten Plänen des Architekturbüros sind sicherlich diejenigen des Büros archicraft in Stuttgart mit Herrn Höhn als Inhaber gemeint. Übrigens, vielen Politikern, die Entscheidungen über Chorweiler treffen, wird vorgeworfen nicht aus dem Bezirk zu stammen und sich somit viel zu wenig auskennen. Doch unabhängig davon scheint mir die Durchführung von Vielem aus dem Entwurf schwierig. Parkplatz- und autofreie Plätze mit darunterliegenden Tiefgaragen, eine Biogasanlage im Bereich der Bezirkssportplätze und Darrieus-Rotoren auf den Dächern sind in finanzieller und technischer Hinsicht eine ziemliche Herausforderung.

Zum Thema der S6 gibt es eine traurige Neuigkeit, welche gleichzeitig aber auch eine sehr positive Nachricht beinhaltet: Die Anfahrt der Linie S6 nach Chorweiler wird demnächst wieder komplett eingestellt, da dann die Linie S11 im 10-minütigen Takt fahren soll. Das war bisher schlicht nicht möglich, da zwischen Dellbrück und Bergisch-Gladbach die Schienenkapazität nicht ausreicht und erst noch ein Gleisausbau erforderlich ist.

Kreuzfeld ist ebenfalls kein einfaches Thema. Einen kompletten neuen Stadtteil auf der grünen Wiese hochzuziehen benötigt intensivere Planung und Vorbereitung als eine Arrondierung eines bestehenden Stadtteils. Die vorliegenden Pläne, die bei Blumenberg im gleichen Maß zur Anwendung kamen, müssen überarbeitet werden. Das beginnt bereits mit dem nun zu berücksichtigendem Retentionsraum Worringen. Kreuzfeld ist ein Thema, was komplett eigene Artikel füllen würde, - darauf werde ich deshalb an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

Wirtschaft

Die Behauptung, es gäbe noch viel ungenutzte Gewerbeflächen in Chorweiler, sollte konkretisiert werden, um darauf eingehen zu können.

In der sozialen und auch in der freien Marktwirtschaft kann kein Unternehmen an einen bestimmten Standort gezwungen werden. Allenfalls Rahmenbedingungen zur Erhöhung der Attraktivität des Standorts können geschaffen werden. Es gilt aber ebenso zu bedenken, dass auch ein Wegzug mit hohen Kosten verbunden ist.

Wenn der Niehler Hafen als größter Hafen ausgebaut werden soll, zu Lasten des Godorfer Hafens, bedeutet das im Umkehrschluss auch deutlich mehr LKW-Verkehr im Kölner Norden. Besser wäre beide Häfen gleichermaßen auszubauen. Hier haben die Anwohner im Süden von Köln ihre Interessen durchsetzen können, zu Lasten des Nordens.

Ich finde es ebenfalls bedauerlich, dass es kaum noch Gastronomie in Chorweiler gibt. Hier liegt ein strukturelles Problem vor, das auch den Politikern vor Ort bekannt ist. Tagsüber dominiert das CityCenter. Wenn aber nun am Abend und dann nur wenig Gäste kommen, kann sich ein Restaurant finanziell nicht tragen. Was wären dann die Lösungen? Gastronomie im CityCenter verbieten? Das ist weder gewünscht noch rechtlich durchführbar. Genauso wenig kann der Betreiber des CityCenters gezwungen werden, die Öffnungszeiten zu verlängern.

Generalkonzept

Erfreulich ist, dass es für Chorweiler bereits mehrere Projekte gibt und beachtliche Mittel zur Verfügung gestellt wurden. Es gibt Bewegung bei der Platzgestaltung, mit einem integrierten Handlungskonzept und den Baumaßnahmen der GAG. Ausdrücklich ist hier eine Bürgerbeteiligung gewünscht. Dennoch hält sich das Interesse zur Beteiligung der Anwohner bisher in Grenzen.

Dass Chorweiler keinen Bürgerverein hat, halte ich für eine fehlerhafte Behauptung. Bereits seit 1985 gibt es den Verein Leben in Chorweiler e.V. der auch bei den oben beschriebenen Konzepten beteiligt ist. Die aktuelle erste Vorsitzende ist keine Unbekannte, Frau Wittsack-Junge war in der vergangenen Legislaturperiode die Bezirksbürgermeisterin von Chorweiler. An Angeboten fehlt es also auch hier nicht, vielmehr am Interesse, sich darin zu engagieren.

Herr Syrota hatte vor seinem Studium Gelegenheit gehabt, sich in Chorweiler zu engagieren. Im Nachhinein darüber zu klagen und erleichtert zu sein woanders zu wohnen, erscheint mir unpassend. Dennoch wiederhole ich gerne meine obige Einleitung, dass es gut war, über den Bezirk Chorweiler diese Gedanken zu äußern. Besser wäre natürlich gewesen, diese auch weiterzuführen.

S. Yeh, 27.Dez.2016
Der Verfasser ist Redaktionsmitglied von ChorweilerPanorama, dieser Artikel stellt aber dessen persönliche Meinung dar.

Beträge von Leonid Syrota:

Beiträge zum Thema von Andreas Kossiski (MdL, SPD):

 

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stefan
Hallo Jasmin, hallo zusammen,zunächst wünsche ich ein frohes neues Jahr. Danke für die Rückmeldung. Wie auch an anderer Stelle bereits diskutiert, war anscheinend dieser Punkt meiner Aufführungen der einzige Aufhänger... so gesehen kann ich ja ganz zufrieden sein :-)Gerne möchte ich nun darauf eingehen. Selbstverständlich kann jeder frei kritisieren, auch destruktive Kritik ist erlaubt und es liegt mir fern das verbieten zu wollen. Gefallen muss mir das aber nicht, konstruktive Kritik gefällt mir nun einmal besser ;-) Die aufgelisteten Punkte waren m.E. noch nicht einmal schlecht. Gestört hat mich die Formulierung als Frage in den Flur gerufen. Einmal ein imaginäres Beispiel:"Warum hat Herr MeierMüllerSchulz e nicht genug Geld zum Leben?" gegenüber"Herr MeierMüllerSchulz e braucht mehr Geld zum Leben." Gleiche Aussage, nur im zweiten Fall ist das schon direkt als Lösung dargestellt. Und welche Haltung kann sich mir in der ersten Formulierung darstellen? Vielleicht "Ich sehe die Symptome, habe keine Lust mir darüber weitere Gedanken zu machen! Das soll gefälligst jemand anders machen..." Kann so sein, muss aber nicht. Kann man so machen, muss man aber nicht. Wenn man nun mit diesem imaginären Beispiel weitergeht und nachforscht und dann feststellt, dass Herr MeierMüllerSchulz e nur Markenklamotten kauft, 2 teure Mobiltelefonver träge hat und eine teure Limousine auf Ratenzahlung angeschafft hat, dann würde sich dies wieder ganz anders darstellen und der Fehler wäre eher bei dem Herrn selbst zu suchen als bei den politischen Randbedingungen .
Jasmin L.
Zunächst einmal vielen Dank für die Erläuterungen zu einigen Inhalten der Artikel.So ganz verstehe ich allerdings diese Aussage nicht: "Problematiken anzusprechen ist ein erster Schritt, mögliche Lösungsansätze fehlen leider in weiten Bereichen. Fragen in den „Flur“ auszurufen, wie am Ende jeden Kapitels, sind genauso wenig Lösungsansätze und implizieren allenfalls, dass keinerlei eigenes Engagement zur Behebung eingebracht werden soll."Aus welchem Grund sollte man etwas nur dann kritisieren oder auch ansprechen "dürfen", wenn man auch Lösungsansätze parat hat? Ich finde schon, dass man Ist-Zustände ruhig auch ohne Lösungsvorsc hläge ansprechen sollte, denn sonst wäre es eine Form von Tabuisierung und die Themen würden gleich unter den Tisch fallen. Als Beispiel: Wenn ich die USA kritisiere, muss ich dann unbedingt selbst Ami sein? Oder bereits dort gelebt und mich in irgendeiner Form engagiert haben? Ich finde, nein, aus o.g. Grund. (Selbst etwas ändern kann der Mensch die Dinge auch nur bis zu einem gewissen Punkt, auch wenn z.B. Medien und Politik den (neoliberalen Kampf-) Begriff "Eigenverantwort ung" bis zur völligen Sinnfreiheit verhackstückeln, um den Leuten einzureden, nur sie selbst könnten etwas an ihrer (sozialen) Situation ändern. Funktioniere dies nicht, so haben sie zu wenig "Eigenverantwort ung" gezeigt. Aber das ist ein weiteres Randthema und würde an dieser Stelle sicher etwas zu weit führen. Mir fallen jede Menge ähnlicher Beispiele und beziehe es auch nicht auf die berechtigte Kritik zur mangelhaften Recherche hinsichtlich des Bürgerverein es. So weit zunächst.)

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