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Kontakt mit der Raupe ruft schwere Gesundheitsschäden hervor

Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen hat am Fühlinger See einen starken Befall mit dem Eichenprozessionsspinner festgestellt. Etwa 70 Prozent der rund 250 Eichen an der Sport- und Erholungsanlage sind betroffen. Besonders stark ist der Befall östlich und südöstlich der Regattastrecke. Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen beseitigt die Raupen gemeinsam mit einer Fachfirma mithilfe eines Spezialstaubsaugers, der auch für die Aufnahme von Asbeststaub geeignet ist. Die Entfernung der Schädlinge dauert noch mindestens bis zum kommenden Wochenende.  

Bis zum vergangenen Jahr war die Nachtfalterart sehr lange Zeit nicht mehr in größerem Maße in Köln aufgetreten. Im Kölner Umland kommt der Eichenprozessionsspinner allerdings schon seit vier bis fünf Jahren vor, insoweit war mit einer Ausbreitung nach Köln zu rechnen, obwohl es hier sowohl in Parkanlagen als auch an Straßen relativ wenige Eichen gibt (nur diese befällt der Schädling).  

Die Raupe des Eichenprozessionsspinners häutet sich bis zur Verpuppung sechsmal. Ab der dritten Häutung bildet sie zusätzlich zu ihren langen sichtbaren Haaren rund 600.000 nur 0,1 bis 0,25 Millimeter lange "Brennhaare", die das Eiweißgift Thaumetopein enthalten. Damit schützt sie sich vor Fressfeinden.  

Der Befall mit dem Eichenprozessionsspinner ist durch die Bildung von Gespinsten in der Krone oder an Astgabeln des Wirtsbaumes leicht zu erkennen. Auch die Anordnung der Tiere während ihrer "Prozessionen" von den Gespinsten zu den Fraßstellen fällt sofort ins Auge. Die "Brennhaare" bleiben nach dem Schlüpfen des Falters in den Gespinsten am Stamm. Der Kontakt mit ihnen führt zu starken Reizungen und allergischen Reaktionen von Haut und Atemwegen. Zu den Begleiterscheinungen zählen Schwindelgefühl, Fieber und Müdigkeit. In jedem Fall sollten Betroffene einen Arzt konsultieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, gegen den Eichenprozessionsspinner vorzugehen. Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen saugt die Raupen ab, eine aufwändige Methode, die aber den Vorteil bietet, gegen Larven in jedem Entwicklungsstadium wirksam zu sein. Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen bekämpft den Eichenprozessionsspinner auf städtischen Flächen. Tritt er auf Privatgrundstücken auf, ist der Eigentümer zur Beseitigung verpflichtet, wenn die Allgemeinheit gefährdet ist.  

Laien verwechseln den Eichenprozessionsspinner häufig mit der Gespinstmotte, die Gehölze völlig kahl frisst und sie komplett mit Netzen wie aus Gaze einspinnt. Diese Raupe ist jedoch für den Menschen völlig ungefährlich, zu den sicheren Unterscheidungsmerkmalen zählt, dass sie in der Regel nicht in Eichen auftritt.   

30.05.2018, Stadt Köln

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