Diese Website benutzt Cookies. Wenn Sie die Website weiter nutzen, gehen wir von Ihrem Einverständnis aus.

wrapper

Nachdem die beiden Artikel über meine Abrechnung mit der Politik veröffentlicht wurden, habe ich mich im neuen Jahr entschlossen, weitere relevante Themen unseren Stadtteil betreffend, anzusprechen. Da ich mich kommunalpolitisch aus Chorweiler zurückgezogen
habe, möchte ich mich auf diesem Wege als Gastautor für mein Heimat-Veedel engagieren. Heute möchte ich mich den Freizeitmöglichkeiten in den Stadtteilen Chorweiler und Seeberg widmen, wo ich übrigens aufgewachsen bin.

Chorweiler hat den Fühlinger See, welcher nicht nur im Sommer einiges an Freizeit bietet. Dort kann man z.B. schwimmen gehen, grillen, Fahrradfahren, Rollschuhfahren, klettern im Hochseilgarten etc. Es gibt darüber hinaus etliche Sportangebote und kulturelle Events.  

Positiv erwähnenswert ist, dass im Sommer 2017 ein Festival des Lokals „Bootshaus“ stattfinden wird. Dies ist für mich eine interessante Abwechslung zum jährlichen Summer Jam, welche in meinen Augen leider nicht immer in ein positives Licht gestellt werden kann. Denn trotz internationaler Bekanntheit lässt sich einiges an Kritik üben. Unter anderem ist die große Müllhinterlassenschaft, verursacht von den Besuchern, störend, aber auch der übermäßige Konsum von verbotenen Substanzen nach BtMG (Cannabis, andere Drogen). Ob dieses Festival ein gutes Vorbild für die Jugend darstellt, ist für mich zweifelhaft.

Jugendzentrum Pegasus, Chorweiler
Jugendzentrum Pegasus, Chorweiler

Chorweiler hat einige Parkanlagen, wo Basketball, Fußball oder Tischtennis gespielt werden kann. Ansonsten gibt es im Stadtteil zwei Schwimmbäder, das Hallenbad und das Aqualand, welches in meinen Augen jedoch überteuert ist. Allerdings bietet das Aqualand viel Spaß durch diverse Rutschen. Des Weiteren gibt es noch mehrere Jugendzentren, wie z.B. das Pegasus in Chorweiler oder der Seeberger Treff in Seeberg. Ab ca. 21:00 Uhr, wenn die beiden Jugendzentren schließen, gibt es lediglich das Cafe OLKO, wo auch Wasserpfeife geraucht wird und zudem noch einige Wett-Büros. Dies wäre erstmal eine Aufzählung zu den Freizeitmöglichkeiten. Jedoch sehe ich hier dringend Handlungsbedarf. Größter Kritikpunkt für mich ist der Freitag- oder Samstagabend in Chorweiler. Es gibt keine einzige Disko in der Umgebung, die nächsten Lokalitäten sind nur mit dem ÖPNV erreichbar bzw. man findet sie erst in der Innenstadt. Durch eine schlechte abendliche Anbindung des öffentlichen Nahverkehrs muss man sich entweder um 1 Uhr nachts auf den Heimweg machen oder bis 5 Uhr morgens durchhalten. Als Option könnte man das Cafe OLKO betrachten, jedoch stellt dies nicht für jeden eine Option dar, vor allem für Nichtraucher. Somit lässt sich feststellen, dass ein fröhliches Nachtleben in Chorweiler nicht existiert. Abhilfe würden Investoren schaffen, die in Chorweiler neue Lokale aufmachen würden.

Jugendzentrum Seeberger Treff, Seeberg
Jugendzentrum Seeberger Treff, Seeberg

Wie schon die zahlreichen oben genannten Möglichkeiten lässt sich jedoch auch positiv betonen, dass es tagsüber in Chorweiler genug Freizeitmöglichkeiten gibt, nämlich einige Sportvereine in Chorweiler und Umgebung. Eine Alternative sind die Anlagen, wo man privat Sport machen kann, z. B. neben der Gesamtschule Merianstr., in der Bezirkssportanlage Chorweiler, neben dem Hallenbad und im Seeberger Park. Auch die Jugendzentren tragen dazu bei, zumindest tagsüber. Abends jedoch, aus eigener Erfahrung, würde ich mich von diesen fern halten. Leider lässt das Benehmen der Jugendlichen, die sich da versammeln, zu wünschen übrig, es erfolgt abends eine Lärmbelästigung durch die Versammlung der (älteren) Jugendlichen. Für mich persönlich war dies nichts. Dennoch möchte ich nicht die Zentren zu stark kritisieren, da tagsüber sehr viel für die eher jüngeren Jugendlichen getan wird. Auch die oben genannten Wettbüros stellen für mich keine vernünftige Freizeitmöglichkeit dar, u.a. aufgrund der Gefahr der Wettsucht etc.

Trotzdem hat mir meine Freizeitgestaltung gefallen. Diese spielte sich zu 50% in Chorweiler und zu 50% in der Innenstadt und anderen Stadtteilen ab.

Schon in meiner politischen Abrechnung habe ich die Öffnungszeiten des City Centers kritisiert. Durch eine Verlängerung würden sich einige Cafés, zumindest abends, als Alternative anbieten. In Chorweiler gibt es auch kaum Restaurants, bzw. gar keine außerhalb des City Centers. Diese sind auch an die Öffnungszeiten des Centers gebunden, weswegen abends, außer McDonalds und den Döner-Läden, sich nichts für ein ordentliches Abendessen anbietet. Auch hier muss der Weg in die Stadt angetreten werden, um die multinationale Küche zu erleben. Mich wundert es etwas, da Chorweiler so viele Nationalitäten beheimatet, es aber kaum Restaurants gibt. Fakt ist, man kann in Chorweiler/Seeberg fast nirgendwo ausgehen. Es wundert einen nur, da in den beiden Stadtteilen Seeberg und Chorweiler 25.000 Einwohner leben. Nun möchte ich mal auf die eigenen Erlebnisse und Erfahrungen zurückkommen. Die Freizeit in Chorweiler habe ich tagsüber mit den genannten Möglichkeiten erlebt. Abends gingen wir mit Freunden raus und „um den Block“. Bei den lang geöffneten Kiosken haben wir uns manchmal etwas zu trinken oder zu essen besorgt. Ansonsten sind wir in die Stadt gefahren und haben dort die Zeit verbracht. Leider war die Heimfahrt immer problematisch. Das hat sich jedoch mit der Erlangung des Führerscheins gelöst. Was sollen aber die Jugendlichen tun, die kein Auto haben? Trotzdem hat mir meine Freizeitgestaltung gefallen. Diese spielte sich zu 50% in Chorweiler und zu 50% in der Innenstadt und anderen Stadtteilen ab. Ich wäre froh, wenn sich der Prozentanteil für Chorweiler steigern würde. Einige haben einfach keine Lust in die Stadt zu fahren und sie verbleiben in Chorweiler. Da es abends kaum geregelte Möglichkeiten in Chorweiler gibt, kann man sehr schnell auf die schiefe Bahn geraten, indem man sich mit falschen Freunden trifft und in der „nichts-los-Situation“ rechtswidrige Taten verübt, aus empfundener Alternativlosigkeit.

28.02.2017, Leonid Syrota

Letzte Änderung am Mittwoch, 10 Mai 2017
Leonid Syrota

„Leonid Syrota wurde 1998 in der Ukraine geboren. Zur Zeit wohnt er in der hessischen Stadt Marburg. Er studiert das Fach Rechtswissenschaften an der Philipps-Universität Marburg und demnächst an der Universität Basel in der Schweiz. Syrota wuchs seit seinem vierten Lebensjahr in den Kölnern Stadtteilen Chorweiler/Seeberg auf.

Leonid Syrota ist Geschäftsführer der Jungen Union Marburg und Vorsitzender der Marburger RCDS Hochschulgruppe.

Websitestatistik

Heute 0

Gestern 85

Woche 231

Monat 2081

Insgesamt 127051