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Haus FühlingenIn unserer Region gibt es genug heilige Orte. Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir uns in Köln befinden. Ohne Teufelei geht hier gar nichts! Und das ist ganz nah! Offiziell heißt dieser unheimliche Ort „Haus Fühlingen“, in der Umgangssprache „Geisterhaus“. Es befindet sich in der Neusser Landstraße 5, zwischen Aqualand und der Kirche St. Marien. Der Kölner Bankier Eduard Freiherr (Baron) von Oppenheim kaufte das Gelände 1884 der Gemeinde Fühlingen ab, was ihr ermöglichte, die Kirche St. Marien zu bauen. Der Baron seinerseits wollte hier ein Gestüt mit dazu gehöriger Pferderennbahn anlegen, aber der Boden erwies sich als ungeeignet. Schon 1907 verkaufte von Oppenheim das Anwesen mit Herrenhaus, das er hier 1888 gebaut hatte, und gründete das Gestüt „Schlenderhan“.

Mit Kiesabbau ab 1912 auf dem ehemaligen Rennbahngelände entstand später der Fühlinger See. Übrigens, der Baron war einer der Mitbegründer des Kölner Zoos und der „Flora“ und einer seiner Nachfahren, Max von Oppenheim, genannt „Abu Djihat“, war ein Abenteurer, Diplomat und Forscher. Er hat 1899 eine dreitausend Jahre alte Grabstätte im heutigen Syrien entdeckt. Das war eine archäologische Sensation. Sein politischer Gegner im Orient war der legendäre Lawrence von Arabien.

Seit 1980 zählt das „Haus Fühlingen“ zu den historischen Denkmälern. Die Besitzer kommen und gehen, an dem Zustand des Hauses ändert sich nichts. Der Zerfall schreitet weiter fort. Vom früheren Glanz ist nicht viel übrig geblieben. Aber selbst die Ruinen sehen majestätisch aus. Das Schicksal des Hauses zerreißt mein Herz! Während des Zweiten Weltkriegs wohnten hier Kriegsgefangene. Man sagt, dass einige Unglückliche hier Selbstmord begangen haben. In letzter Zeit diente das Haus den abenteuerlustigen Jugendlichen für ihre Mutproben und für Modezeitschriften als interessanter Drehort. Es hat vor kurzem wieder mal den Besitzer gewechselt. Der hat Großes vor. Bald werden hier moderne Luxuswohnungen entstehen und das Haus wird „Gutshof am See“ heißen. Natürlich erst, wenn alles nach Plan läuft, was wir sehr hoffen. Ich selbst würde sofort in dieses „Geisterhaus“ einziehen, wenn man mich fragen würde!

Nun kann man noch einige Worte zum Sex in den Trümmern sagen, der besonders in der Nachkriegszeit verbreitet war. Bekanntlich gab es damals mehr Trümmer als Wohnungen. Deswegen wurde Sex zum Abenteuer, Adrenalin pur! Aber die Geburtenzahlen nach dem Krieg verraten uns, dass es gut funktionierte!

Heutzutage sieht alles anders aus. Liegt es womöglich daran, dass uns in Köln nach dem Wiederaufbau nur eine einzige Ruine zur Verfügung steht? Sex auf dem Sofa ist bei weitem nicht dasselbe wie in einer romantischen Ruine! Dann wird die Lage bald sehr dramatisch! Also, alle hin! Bald gibt es keine Ruine mehr weit und breit! Wir wollen doch nicht um des Sexes willen irgend etwas extra kaputt machen zwecks Ruinengewinnung! Wir als Chorweiler Patrioten werden nicht die Kriminalitätsstatistik negativ beeinflussen! Ach, welch traurige Geschichte ...

Letzte Änderung am Mittwoch, 24 Februar 2016
Larissa Owtscharenko

Larissa Owtscharenko hat den Reiseführer "Meine Liebe .... Chorweiler" geschrieben. Sie wohnt in Köln-Seeberg.

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