Eine Einweihung in Zeiten von Corona

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Eigentlich hätte die Einweihung der renovierten Plätze anders laufen sollen: In fröhlicher Atmosphäre mit vielen Gästen, einem mobilen Biergarten mit Speisen und Getränken, geöffnetem Bürgercafé, einem Kulturprogramm und der „Tomate“, die in ihrer ursprünglichen Gestaltung die Vergangenheit der Plätze mit der Gegenwart verbinden sollte. Einen Strich durch die Rechnung haben steigende Corona-Infektionszahlen und das schlechte Wetter am Sonntag, dem 4. Oktober gemacht.

Gegen 11.00 Uhr füllte sich langsam der abgesperrte Bereich an der östlichen Seite des frisch renovierten Pariser Platzes. Die Schlange der angemeldeten Gäste – Mandatsträger, Presseleute und einige Kulturschaffende, wurde relativ schnell abgearbeitet, die wenigen nichtangemeldeten Gäste mussten sich erst in die Adresslisten eintragen, die Maske war für alle Pflicht. Ein Dutzend Zaungäste verfolgte neugierig das Geschehen, ohne anfangs zu wissen, worum es hier eigentlich ging. Polizeiautos und Sicherheitsmitarbeiter waren auch präsent, viel hatten sie allerdings nicht zu tun. Die Festteilnehmer folgten diszipliniert den Corona-Regeln.

Neugestaltete Plätze

Unter den prominenten Gästen war die Staatssekretärin des Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat, Anne Katrin Bohle (CDU) und die neu gewählte Oberbürgermeisterin Henriette Reker. Im Publikum wurde MdB Gisela Manderla (CDU) gesichtet. Mehrere Mitglieder des Kölner Rates und der Bezirksvertretung Chorweiler wohnten der Veranstaltung bei. Der noch amtierende Bezirksbürgermeister und aussichtsreichster Kandidat für dieses Amt, Herr Zöllner (CDU), bekam jedoch etwas unerwartet keine Redezeit.

In Ihrer Eröffnungsrede lobte Frau Reker die Bürgerbeteiligung bei der Planung der Renovierung, betonte die Wichtigkeit des Projektes für den Bezirk Chorweiler und bedankte sich beim ECE Projektmanagement, dem Betreiber des City-Centers Chorweiler, für die Kooperation. An der östlichen Fassade des Einkaufszentrums soll eine Kletterwand entstehen. Bisher ist dort allerdings noch nicht viel zu sehen.

Frau Bohle brachte ebenfalls ihren Respekt für die gelungene Bürgerbeteiligung und für das flexible Konzept der Plätze zum Ausdruck und versprach wieder nach Chorweiler zu kommen.

Die Veranstaltung hat der bekannte Kabarettist Fatih Çevikkollu moderiert, der selbst in Chorweiler im Jahre 1991 Abitur gemacht hat. Dank seinem Humor ließen sich Wetterkapriolen besser verkraften, denn die starken Windböen drohten zeitweise die aufgestellten Zelte zu kippen und fegten schon Mal die Mikrophone vom Tisch herunter.

Impressionen von der Veranstaltung

Eine prominente Stellung wurde der Friedensaktion Chorweiler Abendfrieden eingeräumt. Mehrere Teilnehmer der Initiative erzählten über die Entstehung und die heutigen Aktivitäten der interkonfessionellen Vereinigung. Die Chorweiler Friedensglocke, die mittlerweile eine bundesweite Bekanntheit errungen hat, wurde durch Frau Bohle und Frau Reker in Gang gesetzt und läutete die neue Zeit der Chorweiler Plätze ein. Zu Ehren der Friedensglocke wurde in die Oberfläche des Pariser Platzes eine Gedenktafel eingelassen, die von der Künstlerin Henrike Schwarz aus Worringen entworfen wurde.

Nach knapp einer Stunde war die Veranstaltung vorbei. Leider musste das Kulturprogramm coronabedingt komplett ausfallen. Die ehemalige Bezirksbürgermeisterin Frau Wittsack-Junge, die bei der Veranstaltung den Runden Tisch vertreten hat, äußerte im Gespräch mit unserer Redaktion die Hoffnung, dass die Künstler, die monatelang geübt hatten, doch noch eine Gelegenheit zum Auftritt bekommen werden, zum Beispiel beim Fest der Kulturen im nächsten Jahr, das dann hoffentlich doch stattfinden wird.

Alexander Litzenberger

Künstlerin Henrike Schwarz
Die Künstlerin Henrike Schwarz beschreibt so ihre Idee der Gedenktafel für die Friedensglocke Chorweiler: „Friede ist eine Idee, für die jede Sprache ihr Wort gefunden hat. Daher hat die Idee “Frieden” bestimmt eine besondere Bedeutung. Ist es also der Wunsch der Menschheit in Frieden zu leben?

Ich wünsche mir, dass die sanfte Klangschwingung dieser Friedensglocke in die Herzen der Menschen schwingt.
Dass wir Menschen miteinander sind und durch unser Miteinander Entwaffnung und Frieden schaffen.

Verkrusteter Hass soll durch den Klang dieser Friedensglocke von den Herzen und Seelen der Menschen abbröckeln und Frieden werden.

Die Friedensglocke soll symbolisch weiterklingen, auch wenn sie gerade nicht hier steht, – dafür liegt hier jetzt dieser Gedenkstein. Daran habe ich gedacht, als ich den Friedensglockenstein gestaltet habe.

Der eingearbeitete QR Code gibt dem Betrachter die Möglichkeit aktuelle Informationen zur Friedensglocke abzurufen.“

 

Verbesserungsbedarf
Der Bezirksvertreter und Vorsitzende der SPD in Chorweiler Inan Gökpinar rechnet damit, dass die Stadt noch die fehlenden Zebrastreifen am Liverpooler Platz anbringt und den Zugang zum Platz aus Seeberg barrierefrei gestaltet. Aktuell gibt es an der Stelle noch eine kleine Schwelle. Ferner macht er schon seit Jahren auf den Spritzenautomat am Rande des Liverpooler Platzes aufmerksam. Seine Sorge ist, dass durch das einfache Handhaben auch Kinder in Besitz der Spritzen kommen können. Seiner Meinung nach wäre der Automat in der Suchtberatungsstelle Chorweiler-Nord besser aufgehoben.

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