Wissenschaft

Die russischsprachige Diaspora in Chorweiler

Russische Bibliothek in SeebergIn Chorweiler leben weit über 100 Ethnien. Manche zählen nur wenige Vertreter, einige sind mit Tausenden Menschen hier zu Hause. Die russische Sprache ist mittlerweile aus dem Straßenchor des multikulturellen Stadtteils nicht mehr wegzudenken. 2009 promovierte Frau Natalia Kühn an der Universität zu Köln und beschäftigte sich mit dem Thema russichsprachige Diaspora in Deutschland und Kanada. Einen großen Teil des faktischen Materials hat sie dabei aus Köln und speiziell aus Chorweiler gewonnen. Wir veröffentlichen, mit freundlichen Erlaubnis von Frau Kühn, den Abschnitt ihrer wissenschaftlichen Arbeit, in dem Sie sich auf Chorweiler bezieht.
Die Arbeit von Frau Kühn ist als Taschenbuch bei AMAZON bestellbar: Die Wiederentdeckung der Diaspora: Gelebte Transnationalität russischsprachiger MigrantInnen in Deutschland und Kanada (German Edition)

Wir haben vor weitere wissenschaftliche Publikationen, die sich mit Chorweiler beschäftigen, auf unsereren Seiten vorzustellen.

02.12.2015, Alexander Litzenberger

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Chorweiler als Sprungbrett oder nur eine Problemzone?

Stadtteil Köln-ChorweilerDer Stadtteil Chorweiler ist zweifelsohne ein besonderes Veedel in Köln. Nicht nur wegen seiner, im wahrsten Sinne des Wortes, “herausragenden” Architektur. Viele Eckdaten sprechen eine deutliche Sprache: Der Anteil von Sozialwohnungen liegt bei 81,9 Prozent. Knapp 77 Prozent der Einwohner stammen aus Einwandererfamilien. Das Arbeitslosigkeitniveau liegt bei 19,3 Prozent. Fast 40 Prozent leben von Hartz IV, bei jungen Menschen unter 15 Jahren liegt der Anteil sogar bei 55,5 Prozent.

Die Lage ändert sich schon seit vielen Jahren nicht mehr. Woran liegt es? Wie soll man mit der verfahrenen Situation umgehen? Eine interessante These in Bezug auf das Problemviertel Marxloh in Duisburg vertreten die Soziologen Sebastian Kurtenbach und Jan Üblacker. In Duisburg ist die Lage in manchen Punkten noch prekärer. Gemeinsamkeiten mit Chorweiler gibt es aber durchaus viele.

Die zentrale These der Wissenschaftler lautet: Ankunftsgebiete in Großstädten leisten eine wichtige Integrationsrolle, sie bieten den Einwanderen in den ersten Jahren eine vertraute sprachliche und ethnische Umgebung, passende Infrastruktur und niederschwellige Arbeitsangebote. Für die Einwanderer dienen solche Stadtteile als Kinderstube bzw. Sprungbrett für den Anschluss an die Mehrheitsgesellschaft.

Stimmt die These auch für Chorweiler?
Die Statistiken der Einwohnerbewegung in Chorweiler könnten sie bestätigen (Quelle. Wikipedia):  1995: 15.122; 1999: 14.711; 2000: 14.848; 2005: 13.932; 2010: 12.869. Auch sonstige im Artikel erwähnte Faktoren sind hier vorhanden. Wir freuen uns auf die Meinung der Leser.

Alexander Litzenberger
24.11.2015

Was leisten Ankunftsgebiete für die Stadtgesellschaft?

(Beitrag von Sebastian Kurtenbach & Jan Üblacker)

Wie gut kann man in Deutschland leben? Um dieser Frage nachzugehen kommt Angela Merkel am 25. August nach Duisburg Marxloh, einen Stadtteil im Ruhrgebiet, der zuletzt von der Polizei als No-Go-Area bezeichnet wurde. Offene Bedrohung von Polizeibeamten, Probleme in der gesundheitlichen Versorgung und Bandenkriminalität sind nur einige Probleme, die häufig in einem Atemzug mit Marxloh genannt werden.

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