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Köln-Thriller: “Die Toten von Haus Fühlingen”

Die Toten von Haus FühlingenIm November dieses Jahres wird das neue Buch des Autors Norbert Löffler “Die Toten von Haus Fühlingen” erscheinen. Unsere Reporterin Sarah Simon hat aus dem Anlass ein Interview mit ihm gemacht.

Hallo Norbert, schön dass du dir die Zeit nimmst, ein Interview für deine Fans und die Website Chorweiler-Panorama zu geben. Ich beginne sofort und meine erste Frage lautet: Wie bist du zum Schreiben gekommen ?

Hallo… Ach, das ist schon über 30 Jahre her. Ich habe damals eigentlich nur für mich geschrieben, danach Kinderbücher für meine eigenen Kinder. Irgendwie ist das dann alles so gewachsen.
 
Kannst du dich an dein erstes Werk erinnern ?

Ja natürlich. Das war so um 1981, direkt 1000 Seiten, “Der doppelte Janus” und handelte von den verschiedenen Gesichtern der Menschen. Natürlich hatte ich vorher kleinere Kurzgeschichten geschrieben, aber das war so mein erstes “richtiges” Werk.
 
Wurde “Der doppelte Janus” verlegt, bzw. kam er dann auch in den Handel ?

Nein, der liegt noch immer in der Schublade. Ich habe viele weitere Geschichten geschrieben und irgendwann, – da waren meine Kinder schon groß -, hat mein Sohn etwas davon an Verlage geschickt. Ohne, dass ich etwas davon wusste. Und dabei kam dann mein erstes Buch heraus, “Blutblumen” und “Der Tänzer”. Danach aber ging der Verlag in die Insolvenz und ich dachte: Das muss ich jetzt alleine schaffen und habe meinen eigenen Verlag gegründet.

Die russischsprachige Diaspora in Chorweiler

Russische Bibliothek in SeebergIn Chorweiler leben weit über 100 Ethnien. Manche zählen nur wenige Vertreter, einige sind mit Tausenden Menschen hier zu Hause. Die russische Sprache ist mittlerweile aus dem Straßenchor des multikulturellen Stadtteils nicht mehr wegzudenken. 2009 promovierte Frau Natalia Kühn an der Universität zu Köln und beschäftigte sich mit dem Thema russichsprachige Diaspora in Deutschland und Kanada. Einen großen Teil des faktischen Materials hat sie dabei aus Köln und speiziell aus Chorweiler gewonnen. Wir veröffentlichen, mit freundlichen Erlaubnis von Frau Kühn, den Abschnitt ihrer wissenschaftlichen Arbeit, in dem Sie sich auf Chorweiler bezieht.
Die Arbeit von Frau Kühn ist als Taschenbuch bei AMAZON bestellbar: Die Wiederentdeckung der Diaspora: Gelebte Transnationalität russischsprachiger MigrantInnen in Deutschland und Kanada (German Edition)

Wir haben vor weitere wissenschaftliche Publikationen, die sich mit Chorweiler beschäftigen, auf unsereren Seiten vorzustellen.

02.12.2015, Alexander Litzenberger

Chorweiler als Sprungbrett oder nur eine Problemzone?

Stadtteil Köln-ChorweilerDer Stadtteil Chorweiler ist zweifelsohne ein besonderes Veedel in Köln. Nicht nur wegen seiner, im wahrsten Sinne des Wortes, “herausragenden” Architektur. Viele Eckdaten sprechen eine deutliche Sprache: Der Anteil von Sozialwohnungen liegt bei 81,9 Prozent. Knapp 77 Prozent der Einwohner stammen aus Einwandererfamilien. Das Arbeitslosigkeitniveau liegt bei 19,3 Prozent. Fast 40 Prozent leben von Hartz IV, bei jungen Menschen unter 15 Jahren liegt der Anteil sogar bei 55,5 Prozent.

Die Lage ändert sich schon seit vielen Jahren nicht mehr. Woran liegt es? Wie soll man mit der verfahrenen Situation umgehen? Eine interessante These in Bezug auf das Problemviertel Marxloh in Duisburg vertreten die Soziologen Sebastian Kurtenbach und Jan Üblacker. In Duisburg ist die Lage in manchen Punkten noch prekärer. Gemeinsamkeiten mit Chorweiler gibt es aber durchaus viele.

Die zentrale These der Wissenschaftler lautet: Ankunftsgebiete in Großstädten leisten eine wichtige Integrationsrolle, sie bieten den Einwanderen in den ersten Jahren eine vertraute sprachliche und ethnische Umgebung, passende Infrastruktur und niederschwellige Arbeitsangebote. Für die Einwanderer dienen solche Stadtteile als Kinderstube bzw. Sprungbrett für den Anschluss an die Mehrheitsgesellschaft.

Stimmt die These auch für Chorweiler?
Die Statistiken der Einwohnerbewegung in Chorweiler könnten sie bestätigen (Quelle. Wikipedia):  1995: 15.122; 1999: 14.711; 2000: 14.848; 2005: 13.932; 2010: 12.869. Auch sonstige im Artikel erwähnte Faktoren sind hier vorhanden. Wir freuen uns auf die Meinung der Leser.

Alexander Litzenberger
24.11.2015

Was leisten Ankunftsgebiete für die Stadtgesellschaft?

(Beitrag von Sebastian Kurtenbach & Jan Üblacker)

Wie gut kann man in Deutschland leben? Um dieser Frage nachzugehen kommt Angela Merkel am 25. August nach Duisburg Marxloh, einen Stadtteil im Ruhrgebiet, der zuletzt von der Polizei als No-Go-Area bezeichnet wurde. Offene Bedrohung von Polizeibeamten, Probleme in der gesundheitlichen Versorgung und Bandenkriminalität sind nur einige Probleme, die häufig in einem Atemzug mit Marxloh genannt werden.

“Aus einem deutschen Getto”

Roman Chorweiler ist ein Randbezirk im Kölner Norden, bestehend aus 18 Veedeln, die unterschiedlicher nicht sein können. Dennoch prägen die Hochhäuser des relativ jungen Stadtteils Chorweiler das Image des ganzen Bezirks.

Wie leben die Menschen wirklich hier? Einen ziemlich hoffnungslosen Blick hinter die Häusermauern wirft Kay Löffler in seinem Roman mit einem reißerischen Titel und noch mehr schreiendem Titelbild “Aus einem deutschen Getto”. Der einzige Roman über Chorweiler ist beinahe 20 Jahre alt und dennoch ziemlich unbekannt. Keine öffentliche Lesung, kein Interview, die Verkaufszahlen stagnieren, – Chorweiler scheint ein Problem mit diesem Roman zu haben. Aber er hat es in sich.

Jetzt auf Deutsch: Meine Liebe … Chorweiler

Meine Liebe ... ChorweilerVor drei Jahren hat Larissa Owtscharenko einen kleinen Reiseführer durch Chorweiler auf Russisch herausgebracht (wir haben berichtet). Nun gibt es die Lektüre in einer überarbeiteten und erweiterten Fassung auf Deutsch. Der Kölner Stadt-Anzeiger war begeistert (www.ksta.de), die Thalia-Buchhandlung im City-Center Chorweiler hat das Büchlein sofort in ihr Sortiment aufgenommen.

Auf eine sehr unterhaltsame und zugleich fundierte Art geht Larissa Owtscharenko auf die Spuren der Vergangenheit im Bezirk. Sie beschäftigt sich im Buch darüber hinaus mit den architektonischen Besonderheiten der Chorweiler Veedel und erklärt die Bedeutung der Straßennamen.

Wir veröffentlichen mit freundlicher Genehmigung der Autorin einen kleinen Auszug aus dem Reiseführer und wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.

Chorweiler, meine Liebe

Chorweiler, meine Liebe

Chorweiler liegt abseits der Touristenströme und das völlig zu Unrecht, meint Larissa Owtscharenko aus Blumenberg. Seit über 30 Jahren lebt die gebürtige Russin in Deutschland und davon die meiste Zeit in unserem Bezirk. Immer wieder machte sie als freie Mitarbeiterin des Kölner Vereins Stadttreise e. V. Führungen für Touristen und Besucher aus Russland durch die Veedel unseres Bezirks und hat so mit der Zeit ein umfangreiches Wissen über die Sehenswürdigkeiten von Chorweiler gesammelt. Ende 2012 kam sie auf die Idee, privat einen russischsprachigen Reiseführer durch Chorweiler zu verlegen.