Aktion „Bunte Schule“ klärt auf

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Daniel Korschunov, Nigaash Sriranganathan, Marvin Van den Akker.

Auf die Frage, ob er schon Diskriminierung erlebt habe, antwortet Nigaash Sriranganathan, Schüler mit Wurzeln aus Sri Lanka der vorletzten Stufe am Heinrich-Mann-Gymnasium in Weiler: „Eigentlich, nicht. Im ersten Jahr am Gymnasium gab es vielleicht einige blöde Sprüche, aber danach nicht mehr. Ich bin ja von kräftiger Statur.“ Er lächelt. Nigaash und seine Freunde Marvin Van den Akker und Daniel Korschunov trafen sich am Stand des Arbeitskreises „HMG- bunte Schule“. Mitglieder der Initiative, die aus SchülerInnen, Lehrkräften, Schulsozialarbeiterin Julia Leonhard und Romi Radtke vom Kölner Flüchtlingsrat e.V. bestehen, haben in der letzten Schulwoche vor den Ferien, am 26. Juni, eine Aufklärungsaktion veranstaltet.

Teresa Wingender und Aurelia Habtu.

Im Vorfeld der Aktion wurde eine Umfrage unter den Schülerinnen und Schülern durchgeführt. Die große Mehrheit (241 Stimmen) bewertet das Schulklima, bezogen auf Diskriminierung positiv, 92 Kinder haben schlechtere Schulnoten (4 bis 6) vergeben. Bei der Frage „Welche“ der folgenden Diskriminierungsformen fallen euch am HMG besonders negativ auf?“ (mehrfache Auswahl war möglich) wurde 195 Mal „Mobbing“ markiert, an zweiter Stelle folgte „Sexismus“ (155), den dritten Platz belegt mit 147 Häkchen “Rassismus”, dicht gefolgt von Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung (140). 139 Schülerinnen und Schüler gaben an, selbst Diskriminierung erfahren zu haben, 134 waren davon nicht betroffen.
Eine große Mehrheit der Kinder (231) glaubt, dass Soziale Medien und Chatgruppen eine Rolle bei der Diskriminierung spielen.
Die Frage „Fühlst du dich von Lehrer*innen diskriminiert“ teilte die Teilnehmer der Umfrage in exakt zwei Lager: „Ja“ und „Nein“ sagten je 72 Schüler.

Das Heinrich-Mann-Gymnasium in Weiler ist schon seit dem 14. März 2014 eine Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage  und wird von 1.115 Kindern, überwiegend aus dem Bezirk Chorweiler besucht.

Begonnen hat die Aktion mit einer Aufführung der Theater-AG der Schule, die die Kinder in Eigenregie kreiert haben und die Ausgrenzung und Diskriminierung thematisiert und Akzeptanz für alle Menschen mit Mitteln des Tanzes fordert.

Ein gutes Dutzend Plakate am Stand klären über viele Arten der Diskriminierung auf und helfen Kindern, die Ausgrenzung zu erkennen und ihr zu begegnen. Mehrere Flyer liegen auf den Tischen. Die Aktivistinnen Aurelia Habtu, Nihan Durmaz und Teresa Wingender beantworten ausführlich Fragen der Schülerinnen und Schüler. Sie möchten im nächsten Schuljahr ihre Arbeit intensivieren und spezielle Workshops in den Klassen anbieten.

Alexander Litzenberger

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