Leserbrief
In der letzten umfänglichen Mitteilung der Verwaltung zum Stand von Kreuzfeld wird von der Aufsiedlung des neuen Stadtteils, beginnend im Jahr 2032, ausgegangen.
Die neueste Mitteilung für die Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und regionale Zusammenarbeit am 17.03.2026 gibt keine neue zeitliche Perspektive. Dort wird nur berichtet, dass die Technische Masterplanung „finalisiert und weitestgehend abgeschlossen“ ist.
Im Gegensatz dazu bringt der OB bereits in der Berichterstattung des Kölner Stadt-Anzeigers vom 13.03. über die Olympiabewerbung so ganz nebenbei die Beerdigung von Kreuzfeld ans Licht: Die Verwaltung, mit dem Baudezernenten in der Verantwortung, hat „es nicht geschafft, die Verkehrsinfrastruktur zu regeln“. Deshalb werden der OB und die Verwaltung es „ohne Olympia nicht schaffen“, Kreuzfeld zu entwickeln. So wird aus Versagen Druck erzeugt, mit dem suggeriert wird: Wenn Kreuzfeld gewollt wird, muss für Olympia gestimmt werden.
Aber das reicht noch nicht: Aus den bisherigen Planzahlen von ca. 3500 Wohneinheiten für 5500 bis 8000 Einwohner wird nun der „Effekt, ein Viertel für 10.000 Menschen auf einmal zu schaffen“. Runde Zahlen klingen halt besser als die realen Planungen. Wer Wohnungsbau möchte, muss also für Olympia stimmen.
Dass dieser eigentlich ab 2032 vorgesehen war und nun, wenn überhaupt, mit Olympia frühestens zehn Jahre später kommt: egal.
Dass das Leichtathletikstadion temporär errichtet wird, ist von der Stadt überall erläutert worden. Was die Stadtverwaltung aber nur in der Beantwortung einer Anfrage im Stadtentwicklungsausschuss äußert, ist die ebenfalls nur temporäre Errichtung der Athletenunterkünfte im Olympischen Dorf. „Modulare Bauten“ sollen auf den „Hoods“ genannten Siedlungsinseln errichtet werden – und dann auch wieder entfernt werden.
Mit Nachhaltigkeit ist also die gesamte temporäre Errichtung von „Olympia-Kreuzfeld“ gemeint. Das „richtige“ Kreuzfeld soll dann nach dem Olympia-Abriss um die Straßen des ex-olympischen Dorfes herum gebaut werden – und die grüne Mitte auf dem verdichteten Boden des Ex-Stadions.
Richtigerweise liegt es an den Bürgern, bei ihrer Entscheidung für oder gegen Olympia abzuwägen, inwieweit sie den auf vagen Ideen beruhenden, geschönten Versprechungen und Zahlen trauen.
Steffen Böning, Stadtentwicklungspolitischer Sprecher & Vorstand GUT & KLIMA FREUNDE Köln





