Jedes Jahr treiben Millionen von Müllteilen auf dem Rhein an Köln vorbei Richtung Nordsee. Nun beschäftigt das Problem erstmals die Bundespolitik: Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages hat eine Petition des Bundesverbands Meeresmüll und des Kölner Umweltvereins K.R.A.K.E. e.V. an das Bundesumweltministerium zur weiteren Prüfung überwiesen. Grundlage sind wissenschaftliche Untersuchungen der schwimmenden Müllfalle „Rheinkrake“.
Die Auswertungen zeigen das Ausmaß der Verschmutzung: Hochgerechnet passieren jährlich rund 770.000 Plastikpfandflaschen, 1,4 Millionen Glasflaschen und mehr als eine Million Süßigkeitenverpackungen den Rheinabschnitt bei Köln. Insgesamt transportiert der Rhein nach Angaben der Studie rund 4.000 Tonnen Makromüll pro Jahr Richtung Nordsee.
Die Umweltverbände kritisieren vor allem eine bislang ungeklärte Zuständigkeit für schwimmenden Müll in deutschen Flüssen. Mit der Überweisung der Petition werde diese Frage nun erstmals auf Bundesebene behandelt. Parallel haben die Organisationen bei der Bezirksregierung Köln konkrete Maßnahmen zur Überwachung und Reduzierung der Vermüllung des Rheins angeregt.
Wie präsent das Problem auch vor Ort ist, zeigen regelmäßige Aufräumaktionen im Kölner Norden. Erst im April sammelten zahlreiche Freiwillige bei einem Frühjahrs-Clean-up in der Rheinaue Worringen Müll entlang des Rheinufers. Dabei wurden neben verstreuten Abfällen auch größere illegale Müllablagerungen entdeckt. Bereits beim RhineCleanUp 2024 kamen in Worringen rund 1,5 Tonnen Müll zusammen.
Nach Ansicht von K.R.A.K.E. und dem Bundesverband Meeresmüll kann die Lösung jedoch nicht allein auf ehrenamtlichem Engagement beruhen. Die Verbände fordern verbindliche politische Maßnahmen, damit weniger Abfall überhaupt in den Rhein gelangt – und letztlich in der Nordsee landet.
Quelle: Verein K.R.A.K.E. e.V.





