Chorweiler Abendfrieden im Oktober

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Am Freitag, dem 30. Oktober trafen sich wieder die Teilnehmer der Aktion “Chorweiler Abendfrieden” im großen Bürgersaal des Bürgerzentrums, die Gestaltung dieser Sitzung hat die DITIB-Gemeinde übernommen. In seiner Ansprache hat Dr. Hakan Aydin (DITIB) aktuelle Ereignisse angesprochen. Wir veröffentlichen seine Rede in voller Länge.


Dr. Hakan Aydin (DITIB)

Seit Monaten beschäftigt der Ausbruch des Coronavirus die Schlagzeilen und Gespräche. Ja, es sind keine einfachen Informationen und wir machen uns Sorgen um unsere Gesundheit und die unserer Nächsten. Für viele Menschen bedeutet das, dass man achtsamer ist als sonst. Leider zeigt der Umgang mit dem Coronavirus auch, wie bei einigen Mitmenschen der Kompass für besonnenes und rücksichtsvolles Verhalten aus dem Ruder laufen kann.

Die Gesundheit wird dem islamischen Glauben nach als ein dem Menschen anvertrautes Gut verstanden. Da der Mensch nicht der wahre Eigentümer seines Körpers, sondern nur dessen Besitzer im Diesseits ist, verpflichtet der islamische Glaube den Menschen zu einem entsprechenden Umgang mit seinem Körper. Somit ist es eine islamische Pflicht, entsprechende hygienische Maßnahmen zu befolgen. Unser Prophet Muhammad (saw) rät uns „Wertschätzt eure Gesundheit, noch bevor ihr krank werdet.“ Folglich soll der Mensch also auf seine körperliche und geistige Gesundheit achten.

Wenn wir diese Hadîthe im Licht der aktuellen Lage betrachten, sollten wir mehr als sonst auf die Regelungen achten. Wir bedanken uns bei den tapferen Ärzten, Pflegekräften und allen, die in dieser Zeit zur Bekämpfung des Coronavirus zum Wohle aller dienen und uns zur Seite stehen. Allah möge ihnen Kraft geben. Den Erkrankten wünschen wir baldige Genesung und wir gedenken aller unserer Geschwister, die wir auf Grund des Coronavirus verloren haben und beten für sie.

Möge Allah uns alle und die Menschheit bewahren.

Wir verurteilen den gestrige Anschlag in Frankreich.
Diese Tat ist ein Angriff auf uns alle und ist auf das Schärfste zu verurteilen. Untaten wie diese stehen unseren Überzeugungen, unserem Glauben und unseren Idealen diametral entgegen.

Wer so etwas tut, hat es auf die Gesamtgesellschaft abgesehen, auf das friedliche Zusammenleben, auf unsere Familien und Freunde, auf unsere Werte und nicht zuletzt auch auf unseren Glauben und unsere Überzeugungen.

Unsere volle Solidarität gilt dem französischen Volk. Wir beten für die Toten und Verletzten sowie ihre Angehörigen. Möge Gott ihr Leid und Schmerz lindern. Wir sind in Gedanken bei ihnen.

Außerdem möchten wir anmerken, dass wir provozierende und die Werte des Religions verachtende Annäherungen nicht akzeptieren und nicht fördern. Wir haben in dieser Zeit besonnene und bedachte Worte viel mehr nötig als sonst.

Zu Zeiten, als man auf unseren Propheten (sav) fluchte und Ihn mit Steinen bewarf, wurde er gefragt: „O Gesandter Gottes! Sie quälen Dich und trotzdem betest du für sie?“. Er antwortete: „Wie könnte ich etwas anderes tun! Ich bin nicht der Strafe wegen, sondern um der Barmherzigkeit willen gesandt worden.“ (Muslim/Buhari)

Daher appellieren wir eindringlich an Politik, Medien und Gesellschaft, eine Sprache der Versöhnung zu sprechen und all jenen, die von Hass getrieben sind, zu verdeutlichen, dass an unserem Zusammenhalt nicht zu rütteln ist. Medial ist insbesondere wichtig, keinen Mythos der Extremisten zu speisen, denn auf genau jene Aufmerksamkeit wollen sie, die Extremisten, hinaus. Wir appellieren an die Religionsgemeinschaften, Wege zu finden, Menschen zu erreichen, bevor solche Verbrechen überhaupt geschehen können. Unser aller Schöpfer übergab uns die Verantwortung für die Schöpfung. Wir appellieren daher an alle Menschen, sich auf unsere gemeinsame Herkunft zu besinnen und die Spirale der Hetze, des Hasses und der Gewalt mit gegenseitigem Respekt, Empathie und Barmherzigkeit zu durchbrechen.

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