„Bei uns ist der Mensch im Fokus“

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Am 15. September 2021 feierte ein neues Hilfsangebot in Chorweiler seine Eröffnung. „dieKümmerei“ verspricht „unbürokratische und schnelle Hilfe für die Menschen im Veedel“. Die neue Anlaufstelle für die Menschen im Sozialraum Chorweiler (Seeberg-Nord, Chorweiler. Chorweiler-Nord. Blumenberg) bündelt Versorgungsangebote und ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang zu medizinischen und sozialen Leistungen.

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Zu Beginn der Pressekonferenz im Büro der „Kümmerei“ in der Osloer Straße 8, betonte der Dezernent für Soziales, Gesundheit und Wohnen der Stadt Köln, Dr. Harald Rau: „Bei COVID erleben wir die Auswirkung der Gesundheitsgerechtigkeit. Nicht alle Menschen in unserer tollen Stadt und im Land haben gleichen Zugang zum Gesundheitssystem, zu Informationen, zu all den Angeboten, die wichtig sind. […] Wir lernen gerade jetzt immer mehr, wir müssen mit unseren Angeboten zu den Menschen kommen. Nicht alle Menschen sind in der Lage zu unseren Angeboten zu kommen, nicht alle Menschen lesen das, was wir in Deutsch, in schwerer Sprache schreiben.“

Dipl.-Sozialpädagogin Birgit Skimutis leitet “die Kümmerei”.

Und genau da soll das neue Angebot in Chorweiler ansetzen. Das neunköpfige Team der „Kümmerei“ besteht aus Menschen unterschiedlicher Kulturkreise mit 12 Sprachen, darunter Persisch, Russisch, Farsi und Polnisch. Vom Fach her sind es Pflegefachkräfte, Sozialpädagoginnen und Pädagogen, Gesundheitswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Medizinische Fachangestellte und andere Berufe.  „dieKümmerei“ hilft Menschen bei Themen rund um die medizinische Versorgung und Pflege, aber auch bei Problemen mit der Arbeitsagentur oder dem Sozialamt. Das Büro der Kümmerei ist von 8 bis 19 Uhr in der Woche besetzt. Auch samstags wartet jemand auf die Besucher. „Bei uns ist der Mensch im Fokus“, – sagt die Leiterin der „Kümmerei“ in Chorweiler Birgit Skimutis: „Wir möchten Menschen schnell und unbürokratisch bei der Problembewältigung helfen“.

Matthias Mohrmann, Vorstandsmitglied der AOK Rheinland/Hamburg, hofft, dass das multikulturelle fachlich breit aufgestellte Angebot in Chorweiler bundesweite Strahlkraft entwickeln wird.

Bezirksbürgermeister Zöllner (CDU) hob das niederschwellige und nachhaltige Angebot der „Kümmerei“ hervor: „Sie geben die Möglichkeit, dass der Weg einfach ist. Es gibt viele Projekte, die angefangen worden sind, aber die Tür war zu und das Problem war, durch die Tür zu gehen. Ihre Tür ist immer auf. Das ist das Schöne, das freut mich für den Bezirk“.

Kinderarzt Dr. Engelbertz, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin in Köln Chorweiler

Kinderarzt Dr. Engelbertz aus Chorweiler bekannte sich als großer Fan der „Kümmerei“: „Unserer Praxis wurde immer geholfen. Das Konzept funktioniert hervorragend. Als Sprachvermittler baut die „Kümmerei“ Brücken zwischen den Menschen und dem deutschen Gesundheitswesen, hilft Ärzte zu finden, die man braucht. Ich bedanke mich, auch im Namen der Praxis, dass sie mir täglich helfen.“

Das neue Gesundheitsnetzwerk wird von der HerzNetzCenter GmbH gemeinsam mit der AOK Rheinland/Hamburg, der Stadt Köln und den vor Ort bereits engagierten Akteuren und Initiativen aufgebaut.  Die AOK hat, nach eigenen Angaben, mehr als 23.000 AOK-Versicherte im Bezirk Chorweiler. Der Marktanteil liegt bei 28 Prozent.  Die AOK hofft auf die Beteiligung von weiteren Kassen. Die Leistungen der Kümmerei werden derzeit von der AOK Rheinland/Hamburg und ab dem 01.10.2021 ebenfalls von der IKK classic finanziert. Versicherte anderer Krankenkassen können die Leistungen der Kümmerei in Form einer Erstberatung kostenfrei in Anspruch nehmen. Die Erstberatung beinhaltet eine Erstanamnese sowie eine bedarfsorientierte Beratung hinsichtlich bestehender Leistungen des Gesundheits- und Sozialwesens. Mittelfristig ist die Teilnahme weiterer Krankenkassen für den nachhaltigen Erfolg des Versorgungsmodells ausschlaggebend.

Alexander Litzenberger

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Comments (1)

Großartig!!
Respekt!!
Lese über Ihre Kümmerei gerade im Rheinischen Ärzteblatt
Als berenteter Allgemeinarzt würde ich sofort ehrenamtlich mitarbeiten..aber…ich wohne zu weit weg in einer anderen Stadt. Vielleicht können Sie berentete Kollegen in Ihrer Gegend aktivieren.

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