Demo in Chorweiler: Nein zum Krieg in der Ukraine!

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Alexandra Denysenko (32) ist etwas aufgeregt – es ist ihre erste politische Veranstaltung. Die gebürtige Ukrainerin lebt seit 2002 in Deutschland und fühlt sich in Köln heimisch. Die Aggression des Putin-Regime gegen die Ukraine hat sie sehr mitgenommen – sie macht sich große Sorgen um ihre Freunde und Bekannten in dem Land. „Ich telefoniere in der letzten Zeit mehrmals am Tag mit ihnen,“ – sagt Alexandra, deren Heimatstadt Odessa sich nun auch in der Kampfzone befindet. – „Sie machen sich Sorgen was morgen kommt, die meiste Zeit verbringen sie in Luftschutzkellern“. Um ein Zeichen der Solidarität mit ihnen zu setzen, versendete sie per WhatsApp eine Einladung zur Spontan-Demo am 26. Februar auf dem Pariser Platz an ihre Freunde und Bekannten in Chorweiler. Und es sind fast 100 Menschen gekommen.

Halil Alsael (zweiter von Links) stammt aus Syrien. „Krieg ist etwas Furchtbares. Aktuelle Bilder aus der Ukraine sind schrecklich. Das haben wir selbst erlebt. Wir sind entsetzt und erschrocken. Deswegen sind wir streng gegen den Krieg und wollen, dass in der Ukraine und überall Frieden herrscht. Wir sind heute gekommen, um Solidarität mit der Ukraine zu zeigen.“ Auf dem Foto: Yuliya Davidovitch (l) und Halil Alsael (r.) mit ihren Kindern.
Alexandra und Yuriy Denysenko haben die Solidaritätsdemo organisiert.
Olga und Sergei Brudkov, beide aus der Ukraine und seit über 20 Jahren in Köln lebend: „Es ist furchtbar, was in unserem Heimatland gerade passiert. Der Krieg muss sofort gestoppt werden.“

„Hoch lebe die Ukraine!“ – skandierten die Demo-Teilnehmer immer wieder. Die Beteiligten betonten, dass man Menschen nicht nach ihrer Herkunft und Sprache trennt, sondern solidarisch gegen den Krieg ist. Es wurde auf Ukrainisch, Russisch und Deutsch gesprochen. Die Gefühle, die die Rednerinnen und Redner zum Ausdruck gebracht haben, waren gemischt – Trauer, Fassungslosigkeit, Wut auf den Aggressor, Zuversicht, dass die Ukraine den Kampf gewinnen wird. „Immer wieder fallen russische Raketen in bewohnte Gebiete, “ – sagte Alexandra Denysenko,- „es werden Wohnhäuser, Geschäfte, Tankstellen dadurch zerstört. Normales Leben ist nicht mehr möglich. Menschen sind verängstigt, haben keine Mittel mehr zum Überleben. Sie leiden. Wir wollen nicht, dass sich bei uns wieder der Zweite Krieg wiederholt. “

Mila, Exilkubanerin: „Unser Land ist eine Diktatur und steht an Seite Russlands. Ihr müsst wissen, dass alle Kubaner, die in Freiheit leben, mit der Ukraine solidarisch sind!“.

Zum Schluss der Veranstaltung haben Teilnehmer ihre Kontaktdaten ausgetauscht, auf weitere Aktionen der Kriegsgegner in Köln hingewiesen und Hilfen für die Menschen in der Ukraine angekündigt. Die Polizei hat die Veranstaltung begleitet, Zwischenfälle gab es keine.

Alexander Litzenberger

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