Wenn eine Brücke repariert werden muss

{multithumb}{nomultithumb}Seit Donnerstag, dem 11. August 22:00 Uhr, herrscht auf der Leverkusener Brücke, die ansonsten von bis zu 120 000 Fahrzeugen am Tag frequentiert wird, gespenstische Ruhe. Die Unterbrechung der Blechlawine war dringend geboten, denn in der Seilverankerung der maroden Konstruktion wurde neulich ein weiterer 40 cm langer Riss entdeckt. Das Schweißgut, mit dem die Arbeiter die Risse reparieren, braucht Zeit zum aushärten. Jedes, auch noch so kleine Auto, bringt beim Überfahren die fast 50 Jahre alte Brücke in Schwingung. Daher wurde die Entscheidung getroffen, sie an diesem Wochenende komplett zu sperren.

Als 2010 der Vulkan Eyjafjallajökull in Island ausgebrochen war, wurde für einige Tage der Flugverkehr über Nord- und Mitteleuropa eingestellt. Es war damals ein recht ungewöhnlicher Anblick, als kein einziger Kondensstreifen am Himmel zu sehen war. Die Sperrung der Leverkusener Brücke ist ein ähnliches Ereignis, auch wenn es deutlich weniger Menschen betroffen hat. Daher zieht die Brücke an diesen Tagen neugierige Kölner an, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Auto nach Merkenich kommen, um den Anblick der autofreien Brücke zu erleben. Manche schwingen kurzerhand das Fahrrad über die seitliche Absperrung und drehen ein-paar Runden auf der Fahrban, auf die sie sonst unmöglich gekommen wären.

Am Montag, dem 15. August um 05:00 Uhr rollen wieder PKWs über die Brücke. Der Alltag kehrt zurück.

13.08.2016, Alexander Litzenberger
Foto: chorweiler-panorama.de

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