Streetwork in Chorweiler: „Wir bleiben nur solange im Kontakt, wie man uns braucht“

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Sie sind viel auf den Straßen in Chorweiler unterwegs und stets zu zweit: Anna Gellings (24) und Florian Springwald (30). Gekleidet in olivengrüne Jacken mit dem Schriftzug „Streetwork Köln“, sind sie im Bezirk 6 auf einer Mission, die im Fachjargon „Aufsuchende Jugendsozialarbeit“ heißt. Im Fokus ihres städtischen Auftrages stehen Jugendliche und junge Erwachsene im Alter zwischen 14 und 27 Jahren.

2017 hat die Stadt Köln, zusammen mit der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e. V.  und dem Jobcenter Köln, das „Streetwork Köln“ Konzept erweitert und die Stellen von 6 auf 18 Streetworker für das gesamte Stadtgebiet aufgestockt. Alle neun Bezirke werden seither von je zwei Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern betreut.

Der Kontakt zu den Jugendlichen auf der Straße ist nur ein Teil der Tätigkeit der beiden studierten Sozialarbeiter. Sie begleiten außerdem Jugendliche bei Behördengängen, beraten in ihrem Büro in der Kulturbrücke und in der Minibib zu Themen rund um die Ausbildung, Beruf, Praktikumssuche. Sollte jemand von den betreuten Jugendlichen in Konflikt mit dem Gesetz geraten sein, stehen die Streetworker ihm oder ihr auch im Polizeirevier bei.  Auch über die Dauer einer eventuellen Inhaftierung hinweg, kann der Kontakt bestehen bleiben und Hilfestellung bei der Resozialisierung (Anbindung ans Hilfesystem, Eingliederung in den Arbeitsmarkt) geleistet werden.

Es sind auch mehrere Belange, die den Alltag einer Streetworkerin/ eines Streetworkers ausmachen: Beratung bei Drogenproblemen, helfen Geldsorgen zu lindern, Antragstellungen (z.B. ALG II Leistungen), Begleitung bei Behördengängen oder die Unterstützung Jugendlicher in ihrer Freizeitgestaltung durch das Aufzeigen der  Angebote im Bezirk. Die Streetworker legen Wert auf direkte Erreichbarkeit, z.B. per WhatsApp, Facebook, Instagram, Handy und E-Mail.  Auch außerhalb von „Standardarbeitszeiten“.

Sind die Streetworker auf der Straße unterwegs, suchen sie Kontakt zu den Jugendlichen, die sich im öffentlichen Raum aufhalten. Dabei sehen sie sich immer als Gast im p Raum der jungen Menschen und bleiben nur so lange in deren Gegenwart, solange die es wünschen. Und überhaupt: „Unser Prinzip ist – Wir bleiben nur solange im Kontakt, wie man uns braucht,“ – sagt Florian Springwald. Das Ganze basiert auf Freiwilligkeit und gegenseitigem Respekt. Beide Streetworker unterliegen der Schweigepflicht und die Angebote sind sanktionsfrei. „Sonst funktioniert unser Job nicht,“ – fügt Anna Gellings hinzu.

Auf dem Foto (v.l.n.r): Chorweilers Streetworker Florian Springwald und Anna Gellings.

Infos

Offene Stunde des Streetwork-Teams Chorweiler:
Montag 16:00 – 17:00 Uhr in der Kulturbrücke Athener Ring 34 (neben der Postfiliale).
Donnerstag: 16:00 – 17:30 Uhr in der Minibib (Osloer Straße)

Telefonnummern: Anna Gellings 0152/54548012, Florian Springwald 0173/8873480

Instagram: streetworkchorweiler
Website (bezirkliche Zuständigkeit): www.awo-koeln.de/

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