Impfaktion in Chorweiler beendet

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Ab Montag, 3. Mai und bis einschließlich Donnerstag, 6. Mai, hat die Stadt im Rahmen eines Pilotprojektes im Stadtteil Chorweiler Schwerpunktimpfungen in vulnerablen Sozialräumen durchgeführt. Die Impfung erfolgte für Bewohner der Stadtteile Chorweiler, Blumenberg sowie Teile des Stadtteils Seeberg.

Es wurden in der provisorischen Impfstation auf dem Liverpooler Platz insgesamt 2.666 Bewohnerinnen und Bewohner aus Chorweiler geimpft. Anfangs gab es Unklarheiten, welche Einwohner aus welchen Stadtteilen berechtigt sind die Impfung zu bekommen. Auf unsere Anfrage antwortete die Stadt Köln: „Zu Beginn der Impfaktion kam es in Einzelfällen aufgrund des großen Andrangs dazu, dass Bewohner*innen aus anderen Stadtteilen geimpft wurden. In der Folge wurde das Sicherheitspersonal aufgestockt, um die Impfberechtigung zu kontrollieren. Impfwillige wurden bereits in der Warteschlage auf die Impfberechtigung hingewiesen, um unnötige Wartezeiten zu verhindern.“

Die schnelle und unbürokratische Impfaktion hat bundesweit für Aufsehen gesorgt und stieß auf ein positives Echo bei den Betroffenen und in der Politik. Es gab aber auch eine Menge Unmut in den Sozialen Medien. Zum einen seitens der Kölnerinnen und Kölner, die sich über die, aus ihrer Sicht, ungerechte Verteilung des Impfstoffes beschwert haben:

„Ich gönne es wirklich jedem. Aber man könnte es auch als Botschaft verstehen: Unsolidarisches/rechtswidriges Verhalten wird belohnt. (Sebastian M.)“ .

Auf der anderen Seite bemängelten die Bewohner des Bezirks Chorweiler, dass die Informationspolitik der Stadt bezüglich der Impfung unzureichend war.

„Die Kommunikation der Stadt war bei dieser Aktion eine Katastrophe. Man hat vielleicht 2000 Geimpfte glücklich gemacht, dafür aber weit mehr Menschen verärgert, die lange angestanden sind und dann abgewiesen wurden.“ (Emre G.)

Die SPD Fraktion in der Bezirksvertretung Chorweiler postete auf ihrer Facebook-Seite harte Kritik: ”

Informationschaos bei der Stadt Köln
Menschen aus dem ganzen Stadtbezirk Chorweiler stehen Schlange am Impfbus am Liverpooler Platz und wollen sich impfen lassen. Die unterschiedlichsten Gerüchte und Informationen verbreiten sich über die Social-Media-Kanäle.  Mal sollen nur Menschen mit bestimmten Postleitzahlen, dann nur aus den Ortsteil Chorweiler oder aus dem ganzen Stadtbezirk geimpft werden. Klare Infos und Aussagen erhält man weder von der Infohotline des Gesundheitsamtes noch von der Homepage der Stadt Köln.

Viele Menschen sind aufgebracht, wenn sie nach langem Warten abgewiesen werden. Oder sie gehen schon vorher. Die Mitarbeiter vor Ort sind mit dem unkoordinierten Andrang überfordert.

Wann endlich läuft der Informationsfluss für die Bürgerinnen und Bürger? Wofür hat die Stadt Köln einen Krisenstab?

Die Stadt Köln muss jetzt endlich richtig informieren, bevor sich die Menschen auf den Weg machen.

Dieses Chaos in der Kommunikation mit den Bürgern muss ein Ende haben.”

Foto: Impfbus in Chorweiler am ersten Tag.

Die Information über den Ablauf der Impfung wurde auf vielen Kanälen geteilt, mehrere lokale Politiker versuchten die Menschen zeitnah zu unterrichten. Die Facebook-Seite vom SPD-Vorsitzenden im Kölner Norden Mattis Dieterich war, zum Beispiel, eine der solchen vielbesuchten Anlaufstellen für Menschen, die sich für die Impfung interessierten.

Die CDU im Stadtbezirk Chorweiler lobte die Impfaktion:

“Der Krisenstab der Stadt Köln um Oberbürgermeisterin Henriette Reker und die Landesregierung um Ministerpräsident Armin Laschet haben eine Sonderimpfung für Stadtteile, die besonders hohe Inzidenzwerte haben, eingerichtet.

Zuvor haben sich unsere Bundestagsabgeordnete Gisela Manderla, die sich in der letzten Woche noch bei Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann stark gemacht hat, sowie die Ratsmitglieder Ira Sommer und Thomas Welter für ein städtisches Testzentrum im Bezirksrathaus eingesetzt und zugleich einen Impf-Standort für den Stadtbezirk gefordert.

„Wir sind froh, dass die Landesregierung und die Stadt Köln auf die hohen Inzidenzwerte reagiert und den Impfstandort kurzfristig eingerichtet hat“, sagen Ira Sommer, Gisela Manderla und Thomas Welter.”

Die Schwerpunktimpfungen setzt die Stadt Köln nun in anderen sozialbenachteiligten Stadtteilen mit hohem Inzidenzwert fort. So fand am Freitag und Samstag letzter Woche eine Impfaktion in Meschenich mit insgesamt 771 Impfungen statt.

Alexander Litzenberger

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