„Licht ist alles“

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Sree Ram Gopal Thodeme hat zwei Leidenschaften. Die erste ist seine Ingenieur-Tätigkeit bei Ford, wo er sich tagsüber mit Zahlen, Grafiken, Modellen und physikalischen Eigenschaften der Plastikteile für die Innenausstattung der Autos des amerikanischen Autobauers in Köln-Merkenich beschäftigt. „Es sind die Teile, die der Kunde nicht sieht“,- sagt Sree Thodeme mit einem Augenzwinkern. Diesen Beruf hat der 44-jährige in seiner Heimatstadt Kadapa im Süden von Indien erlernt. Die zweite Passion von ihm ist die bildende Kunst, kombiniert mit Fotografie. Schon als Student hat er angefangen zu malen und zu fotografieren. Die erste Herausforderung dafür war die Hochzeit seiner Schwester. Dann folgten Portraits von seinen Kommilitonen. Der Zuspruch beflügelte ihn. Bald schenkten ihm die Freunde eine echte, damals noch analoge und sündhafte teure Spiegelreflexkamera. Seitdem sind die Fotoapparate ständige Begleiter des Ingenieurs in seiner Freizeit.

Fühlinger SeeDas Schach und das Leben

Seinen ersten Auslandsjob fand er in Japan. Dort verbrachte er zwei Jahre mit seiner Ehefrau und dem kleinen Sohn Tuhin. Als das Kind im schulpflichtigen Alter war, hat sich die Familie 2007 entschieden einen anderen Standort fürs Leben zu suchen: Die japanische Sprache war ihnen, die schon Englisch und Hindi perfekt beherrschten, zudem doch etwas zu kompliziert. Die neue Wahlheimat hieß Deutschland, genau genommen – die weltoffene Stadt Köln. Auch wenn die Familie Thodeme immer wieder nach Indien reist, sind sie in Deutschland heimisch geworden. Der Kauf eines Hauses in Köln-Blumenberg und die Annahme der deutschen Staatsangehörigkeit waren wichtige Meilensteine im Leben der kleinen Familie aus dem Orient.

Auf die Frage, was das Geheimnis seiner beeindruckenden Fotos ist, antwortet Sree Ram: „Das Licht ist das A und O der guten Fotografie.“ Wenn er in Blumenberg spazieren geht, macht er oft Fotos mit seiner Smartphone-Kamera. Ist das Motiv besonders interessant, eilt er schon mal nach Hause, um die „echte“ Kamera zu holen. Die Symmetrie der Natur, die unglaubliche Pracht der Naturfarben, die Schönheit eines Wassertropfens, die beeindruckende Wasserspiegelung des Frühlingen Sees, die bezaubernde Nachtansicht der Domstadt ,oder die Faszination der Ausstrahlung alter Bauten – alles, was vor seine Linse kommt, bekommt plötzlich eine neue Bedeutung. Wie z.B. das schwarz-weiß Foto einer nächtlichen Straße in Köln. Man sieht links und rechts abgestellte Autos, die Straße ist menschenleer, die Laternen schaffen es nur die Mitte auszuleuchten, die Ränder bleiben für den Betrachter fast verdeckt. „Ich wollte damit sagen, dass es im Leben immer Licht gibt, – selbst wenn es sehr dunkel ist, “ erklärt nachdenklich der Fotograf auf Nachfrage.

Sree Ram Gopal Reddy, Hobby-Fotograf (Blumenberg)„Was sind seine Lieblingsmotive?“ Sree Ram, der eine eigene Website unter dem Motto „See with Sree“ online gestellt hat, antwortet nach einem kurzen Zögern: „Die Menschen“. Allerdings findet man in seiner Kollektion bisher noch selten Fotos von Personen. Dennoch würde er gerne in seinem kleinen Atelier in Blumenberg Models fotografieren. „Erstmal ohne Honorar, ich investiere meine Arbeit in die Person, sie – ihre Zeit. Beide profitieren,“ so das Motto des ambitionierten Hobby-Fotografen.

Blumenberg ist ein bunter Stadtteil im Kölner Norden. Menschen vieler Kulturen und Nationalitäten haben hier ihr Zuhause gefunden. Auch eine kleine indische Community hat sich in Blumenberg angesiedelt (zusammengefunden). „Wir sind fast 40 Personen,“ sagt Sree Ram selbstbewusst. Bald will man sogar, – ganz nach deutscher Art -, einen Verein gründen, um die eigene heimatliche Kultur zu pflegen. Die Fotos des Ford-Ingenieurs sind sicherlich eine Bereicherung, nicht nur für seine Landsleute in Köln, sondern auch für die ganze Stadt.

 City-Center ChorweilerCity-Center ChorweilerBlumeDomstadt bei NachtFeuerblumeMorgentauNo fly zonePartydekoDer Rhein SchachWassertropfenTür ins UnbekannteDer SchatzMüllcontainer-ZugSymmetrie der NaturSchönes Tor in eine hässliche WeltBrücke über dem Fühlinger SeeEinen Lichtblick gibts immer

Alexander Litzenberger

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