Der 5-Tage-Bus nach Blumenberg

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Der nördliche Stadtteil Blumenberg hat eine eigene S-Bahn-Station. Die Schnellbahn bringt die Stadtteilbewohner zügig und bequem nach Chorweiler-Mitte, in die Kölner Innenstadt oder zum Flughafen Düsseldorf, allerdings nur, wenn sie pünktlich kommt und überhaupt fährt. Wenn das nicht der Fall ist, hatten die Blumenberger lange Zeit nur eine Alternative – das Auto. Daher kämpfte der Bürgerverein IG Blumenberg e.V. jahrelang für einen Bus-Anschluss. Mit Erfolg: 2013 verlängerte die KVB die Bus-Linie 120 bis Blumenberg. Dafür war ein Ausbau des Wendekreises und die Installation von zwei Haltestellen mit einem Gesamtvolumen von über 300 Tsd. Euro nötig. Seitdem ist der Bus nicht mehr aus dem Stadtteilbild wegzudenken. Dennoch erschweren zwei Umstände die volle Akzeptanz des Angebotes: Die Taktung des Busses ist mit einer einzigen Minute Unterschied sehr eng an den Fahrplan der S11 angebunden, fährt nur im 20-Minutentakt wochentags von 04:35 bis 20:00 Uhr und nicht an Samstagen, Sonntagen oder Feiertagen.

Immer wieder beschwerte sich die IG Blumenberg e.V. über die Ungleichbehandlung seitens der KVB, die sich seit gut sieben Jahren gegen die Erweiterung der Bus-Fahrten auch an Wochenenden und Feiertagen sperrt. Wie groß der Unmut über diesen Umstand in Blumenberg ist, zeigt eine spontane Unterschriften-Aktion Ende letzten Jahres. Binnen weniger Tage kamen knapp 800 Unterschriften zusammen. Das dürfte knapp 25% der erwachsenen Bevölkerung im Stadtteil ausmachen.

Nun schickte die IG Blumenberg am 20. Januar 2020 ein weiteres Schreiben an den Ausschuss für Anregungen und Beschwerden und den Verkehrsausschuss der Stadt Köln und legte die Unterschriftenlisten bei. Darin verweist sie auf die öfteren Verspätungen und Ausfälle der S-Bahn. Es komme nicht selten vor, dass die S-Bahn den Stadtteil Blumenberg und sogar Chorweiler komplett umfahre. Dazu käme, dass die einfache Fahrt mit dem KVB-Bus nach Chorweiler mit dem Kurzstreckentarif von 2 Euro deutlich günstiger sei, als das S-Bahn-Ticket (3,00 Euro) ist. Besitzer der KVB-Monatskarte könnten an 156 Tagen im Jahr den Bus nicht benutzen, weil an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen überhaupt kein Bus Blumenberg anfahren würde.

Wir haben in den letzten Jahren dafür schon viele Argumente angeführt, dass auch wir, wie die angrenzenden Stadtteile, eine vollumfängliche Stadtanbindung bekommen. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, damit der Gleichberechtigung Genüge getan wird….Johannes Petrikowski, 1. Vorsitzender der IG Blumenberg e.V.

Der Verein weist ferner darauf hin, dass Blumenberg auch deshalb stadtweit die höchste PKW-Dichte pro 1000 Einwohner hat. Das sei nicht mehr zeitgemäß und zudem umweltunfreundlich.

Am 6. Februar hat der Vorstand der IG Blumenberg bereits eine Empfangsbestätigung des Beschwerde-Ausschusses bekommen, in dem informiert wird, dass das Gremium bereits Kontakt zu der KVB aufgenommen hat. Nun liegt der Ball wieder beim Kölner Verkehrsunternehmen. Der Vorsitzende der IG Blumenberg e.V., Johannes Petrikowski, ist entschlossen:
Wir, als Bürgerverein, versuchen bei jeder Gelegenheit die KVB und die Politiker im Rat der Stadt Köln davon zu überzeugen, dass die Erweiterung der Busfahrzeiten für uns Blumenberger sehr wichtig ist. Wir haben in den letzten Jahren dafür schon viele Argumente angeführt, dass auch wir, wie die angrenzenden Stadtteile, eine vollumfängliche Stadtanbindung bekommen. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, damit der Gleichberechtigung Genüge getan wird.

Alexander Litzenberger

Auf dem Foto: Johannes Petrikowski, 1. Vorsitzender der IG Blumenberg e.V. an der Bus-Haltestelle in Blumenberg.

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