Ein neues Leben der GAG-Hochhäuser in Chorweiler

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Jahrelang vegetierten die Hochhäuser in Chorweiler vor sich hin und wurden zum Symbol der gescheiterten Wohnbaupolitik der 70-er Jahre. Erst als 2016 die städtische Wohngesellschaft GAG AG den maroden Bestand von 1.200 Wohnungen für 47 Millionen Euro von der NRW-Bank übernommen hatte, ging es für die arg gebeutelten Mieter wieder bergauf. Die Stadt Köln hat 32 Millionen Euro zu der Summe beigesteuert.

Ina Scharrenbach (CDU), Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung (links) und Oberbürgermeisterin Henriette Reker (rechts) in Chorweiler

Die GAG dämpfte zu Beginn allzu große Erwartungen. Für energetische Sanierung oder aufwändige Modernisierung der Wohnungen waren keine Reserven da. Der Brandschutz wurde verbessert, Aufzüge instand gesetzt, Treppenhäuser gestrichen, dem Schimmel wurde der Kampf angesagt. Das Wohnungsunternehmen verbesserte die Mieterbetreuung, Hausmeister und Sozialarbeiter wurden eingestellt.

Erst mit der Bewilligung von ca. 110 Millionen Euro Fördergelder durch die Landesregierung kommt nun große Bewegung in die Sache. Weitere circa 40 Millionen Euro wird die GAG AG, deren Hauptaktionär die Stadt Köln ist, in den kommenden Jahren selber beisteuern.

Am Freitag, dem 7. August, fand in NRW zum ersten Mal der “WohneNRW-Tag” statt. Aus diesem Anlass besuchte Ina Scharrenbach (CDU), Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker Wohnungsbauprojekte in Köln-Mülheim und Köln-Chorweiler.

In Chorweiler führten die Vertreter der GAG dem hohen Besuch den aktuellen Stand der Modernisierung der Hochhäuser vor.

Die GAG hat seit 2016 schon vieles für den Wohnungsbestand getan: Es wurden Schadstoffuntersuchungen durchgeführt, neue Brandschutzkonzepte entwickelt, Löschleitungen erneuert bzw. repariert. Einige Maßnahmen im öffentlichen Raum sind bereits umgesetzt (Die Minibib) oder werden bald realisiert (Soccer-Cage (ein Fußball-Käfig auf dem Pariser Platz) . Mit der Baugenehmigung des neuen Fußball-Hotspots rechnet die GAG in ca. drei Monaten. Ferner wird in dem Gebäudekomplex ein neues Beleuchtungskonzept realisiert.

Das Projekt wird in fünf Bauabschnitten umgesetzt. Während der Baumaßnahmen bedarf es provisorischer Umquartierung der Mieter in Ausweichwohnungen in der Nähe. Diese Wohnungen sind leicht eingerichtet, die Menschen können einige Ihrer Möbel mitnehmen. Die ersten 23 Haushalte haben in den letzten Wochen ihre zeitweilige Bleibe gefunden.

GAG-Vorstand Kathrin Möller informiert die Gäste über die Modernisierungsmaßnahmen in Chorweiler

Die Coronazeit hat den ganzen Prozess etwas erschwert. “Die Mieter kooperieren gerne beim Umzug mit, auch, weil die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein gutes Vertrauensverhältnis zu den Menschen aufgebaut haben”, sagt GAG-Vorstand Kathrin Möller. Die Sanierung erfolgt strangweise und dauert ca. 8 bis 12 Wochen. Die leergewordenen Wohnungen werden entkernt, der schadstoffhaltige Putz wird entfernt und dann die Wände wieder instandgesetzt. Es werden neue Bäder, Heizungen und Fenster installiert, neue Stromleitungen verlegt, Türen ausgetauscht, Barrieren abgebaut etc.. Die Fassade und das Dach werden saniert, ein Teil der Dächer wird begrünt.

Die Bauarbeiter beginnen direkt nach dem Auszug der Mieter. Wenn alle Stränge leer sind, wird der Aufzug stillgelegt und erneuert. Es werden knapp 30 neue Aufzüge in den GAG-Hochhäusern eingebaut. Erste Stränge sind mittlerweile schon fertig und die Mieter sind wieder zurück.

Die GAG wird zudem ein neues Wohngebäude im Trondheimer Weg errichtet. Das Gebäude wird auch ein GAG-Kundencenter beherbergen. Mit der Fertigstellung wird im 4. Quartal 2022 gerechnet.

Alexander Litzenberger
Auf dem Titelfoto: Thomas Müller, GAG-Projektleiter in der Abteilung Bautechnik und zuständig für die Modernisierungsmaßnahmen in Chorweiler-Mitte.

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