Mit Sonne und Wind gegen das Hakenkreuz

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Mehr als ein Jahr ist vergangen, seit der Autor dieser Zeilen das verfassungswidrige Symbol, das am Sichtschutz eines Schuppens in Blumenberg von Unbekannten in schwarzer Farbe angebracht wurde, den zuständigen Behörden gemeldet hat. Das Hakenkreuz ist inzwischen etwas verblichen, aber weiterhin da. Es ist nicht groß – schätzungsweise 20 cm im Durchmesser – und nicht direkt von der Straße aus zu sehen. Nur wer dort parkt, sieht es aus einer Entfernung von ca. 5 Meter durch einen Doppelstabmattenzaun. Das Perfide an der Sache ist, dass sich das Zeichen auf dem Gelände befindet, wo noch vor wenigen Jahren ein Flüchtlingsheim stand.

Es müssten Hunderte von Menschen sein, die das Hakenkreuz  inzwischen schon gesehen haben. Ende April 2021 wurde von mir dann die Polizei gerufen und Anzeige gegen Unbekannt wegen des verfassungswidrigen Symbols erstattet. Die Polizisten waren schnell da, haben die Anzeige aufgenommen, meine persönlichen Daten abgefragt und Fotos gemacht. Daraufhin postete ich eine Meldung auf der Blumenberger Facebook-Seite. Seitdem herrscht Stille in der Sache.

Ein Anruf in der Polizeiwache in Chorweiler im Herbst letzten Jahres hat ergeben, dass der Fall wohl an die Staatsanwaltschaft übergeben worden sei. Man sei dabei, den Besitzer des betroffenen Grundstücks bzw. des Schuppens auf dem Grundstück festzustellen. Ja, man wüßte, dass der Schuppen auf dem ehemaligen öffentlichen Parkplatz stünde und der Stadt Köln gehöre.

Seit über einem Jahr also mahlen die Mühlen der Bürokratie und das Hakenkreuz entfaltet weiterhin seine toxische Wirkung. Es wird langsam zu einem Teil der gewohnten urbanen Umgebung. Dabei ist die Sache doch recht einfach und bei etwas mehr Bewusstsein für die Gefahr des verfassungswidrigen Symbols wäre die Sache in wenigen Wochen aus der Welt gewesen. Corona-Pandemie und damit verbundene Personalengpässe hin oder her.

Somit bleibt nun abzuwarten, bis die Sonne, der Wind und der Regen das Hakenkreuz verschwinden lassen. Das könnte aber womöglich noch mehrere Jahre dauern.

Alexander Litzenberger

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