“Jetzt könnt ihr es aber auch noch reparieren. Also bitte macht das.”

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Der Bezirksbürgermeister von Köln-Chorweiler, Reinhard Zöllner, steht nach einer Veranstaltung mit der AfD in der Kritik. Während eines öffentlichen Prinzenempfangs im City Center am 2. Februar 2024 trug Zöllner einen Karnevalsorden der AfD um den Hals. Augenzeugenberichten zufolge verteilten Vertreter der AfD Karnevalsorden an die Anwesenden, doch nur Zöllner habe diesen offenbar angenommen. Zöllner äußerte später Bedauern über sein Verhalten und bezeichnete es als Fehler. Sein Umgang mit der AfD während der Karnevalsfeier hat zu Kritik an seiner Entscheidung geführt.

Die Kölner Grünen reagierten am Sonntagabend mit einer Erklärung auf den Vorfall. Sie kündigten an, die Kooperation mit der CDU in der Bezirksvertretung Chorweiler vorerst auszusetzen. Der Grüne Fraktionsvorsitzende Wolfgang Kleinjans äußerte persönliche Enttäuschung über das Verhalten von Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner und forderte eine öffentliche Entschuldigung sowie eine klare Distanzierung von der rechtsextremen Partei. Die Grünen betonten die Notwendigkeit, gemeinsam gegen rechtsextreme Äußerungen vorzugehen und eine klare Grenze zu ziehen, um die demokratischen Prinzipien zu wahren.

Hier ein Gastbeitrag zum Thema von Dieter Höhnen aus Heimersdorf.

AfD-Orden für Herrn Zöllner – Aschermittwoch für die Demokratie ?

Treffen mit den Nordkölner Dreigestirnen im City-Center. Wie seit Jahrzehnten jedes Jahr. Auch also 2024. Doch diesmal erscheint alles irgendwie anders.

Den Medien war ein Aufschrei zu entnehmen, im KStA, der KR und zuletzt im Express-die-Woche und natürlich in den „sozialen“ Netzwerken. Grund : AfD-Vertreter hingen im allgemeinen Trubel unserem Bezirksbürgermeister einen Karnevals-Orden der AfD um den Hals – zusätzlich zu anderen Orden, die Herr Zöllner bereits trug. Schnell davon noch ein Beweis-Foto gemacht – und der Skandal machte wie ein Lauffeuer alle Runden bis zum Zöllner-K.O. Erwischt ! Und wer rieb sich jetzt die Hände ?

Ach wie dumm war doch unser Bezirksbürgermeister. Er erklärte sich zwar unverzüglich – aber wer wollte ihm noch glauben ? Die kleine Fraktion der Grünen war besonders schnell und helle, denn sie erklärte ebenso unverzüglich, dass sie nun die Zusammenarbeit mit der CDU in der Bezirksvertretung/BV6 aussetzen wolle. Dabei war in den letzten Jahren doch gar nicht erkennbar, dass es eine solche augenfällig gegeben hätte. Und sind denn jetzt folglich alle Bezirksvertreter der CDU Sympathisanten der AfD in unserem Stadtbezirk ?
Oder muss – wer jetzt überleben möchte – Herrn Zöllner politisch oder in echt steinigen ?
Da platzt mir nun doch der Kragen. Fremdschämen reicht da nicht mehr aus.

Laut wollen wir sein, für Demokratie und Menschenrechte, für Freiheit und Solidarität.
Wird ja auch höchste Zeit – mal wieder ! Erst recht, wenn ich jetzt die Anständigen leider gar nicht höre oder lese, die, die Herrn Zöllner doch noch viel besser kennen als ich. So schrieb ich am heutigen Veilchendienstag kurz nach dem Pescher Dienstagszug eine Whatsapp an den Fraktionsvorsitzenden der SPD in der BV6, Herr Inan Gökpinar, die ich nachfolgend zitiere :

„Ich bin frei vom Verdacht einer persönlichen oder politischen Nähe zu Zöllner. Dass er unbedacht war steht außer Zweifel. Aber ich bin entsetzt, was aus dieser Affäre mit Bezirksbürgermeister Zöllner persönlich gemacht wird. Ich habe keinen Zweifel daran, dass er keinerlei Nähe zur AfD hat und ein lupenreiner Demokrat ist wie du und ich und alle Mitglieder der BV6 – außer den AfD-Leuten. Und nun traut sich Niemand das auch deutlich und öffentlich zu bekennen. Sehr schade . Ich finde das nicht richtig.

Ich meinerseits sage das öffentlich und hier hat jede andere Kritik am Bezirksbürgermeister an dieser Stelle keine Relevanz mehr. Wenn sich Demokraten nicht mehr trauen Anstand und Solidarität untereinander zu zeigen und sich folglich hinter Zöllner zu stellen wäre das ein Armutszeugnis für alle Demokraten und ein Freudenfest für alle Anti-Demokraten der AfD und ihres rechtsradikalen Umfeldes.“

Ich war mit seiner, Inans, Antwort sehr zufrieden – so kenne ich ihn ja auch. Er ist ein stets anständiger Mensch und ein beständig auf Ausgleich und Fairneß bedachter dazu. Aber inzwischen zog mein oben zitiertes Schreiben heftige Kreise. Teils durch mich, teils durch Weiterleitungen. Es gab erboste Reaktionen gegen mich – aber noch mehr sehr herzliche Zustimmungen. Die erbosten Reaktionen kamen ausschließlich aus organisierten Lagern.

Ich hatte mich übrigens als Privatmann geäußert, nicht als ehemaliger Vorsitzender eines hiesigen Bürgervereins. Natürlich haben sich auch manche gemeldet um zu betonen dass sie doch ausdrücklich parteipolitisch unabhängig seien und sich deshalb nicht äußern möchten oder können. Wie bitte ?

„Arsch-Huh un Zäng ussenander“ – war und ist schon mein Credo bevor ich 2 Jahrzehnte
als Mandatsträger tätig war oder aktuell nur eine Handvoll Jahre als Gründungsvorsitzender des Heimersdorfer Bürgervereins. Und Jede(r) kann meine Haltung zu AfD und den unsäglichen Vorgängern und Vorgängen über Jahre falls gewünscht nachlesen .

Und jetzt mache ich laut den Mund auf und verlange von unserer lokalen Politik einfach nur Anstand und Solidarität mit unserem Bezirksbürgermeister Reinhard Zöllner. Er gehört ausdrücklich nicht zu „meiner“ Parteicolör – ja, er war aktuell für einen Moment im CCC verdammt unbedacht … wie er es so nie wieder sein wird – aber es gibt keinen Zweifel daran, dass er ein aufrechter und jederzeitiger Demokrat ist. DAS zu bekennen hätte ich von allen anderen demokratischen Fraktionen erhofft. 

Ihr, die es anders haben wollt, werdet keinen Vorteil aus dem Missgeschick des Reinhard Zöllners ziehen können, vielmehr reibt sich die AfD mit ihrem Clou jetzt die Hände und ihr spielt da mit und eiert rum ? Ändert das bitte. Krank gemacht habt ihr den Mann schon. Jetzt könnt ihr es aber auch noch reparieren. Also bitte macht das.

Natürlich rechne ich jetzt mal wieder auch mit Attacken gegen mich.
Ävver ich bruche keiner dä mir sät wie mer Fastelovend fiere dät !
Ich war nie abhängig und werde es auch nicht – schon gar nicht von Interessen.
Mund verbieten : bin immun, klappt also nicht 😉 !

Und achja, die 2 ersten Zuschriften, die ich erhielt hier zum Schluss auch noch zitiert
(Auszüge) :
1. Zuschrift einer Nichtinvolvierten „Danke für diese Worte !“
2. Zuschrift : „Mir aus der Seele gesprochen, genau das hab ich auch gedacht !“

Oh ja, es gab noch mehr davon, kurze und ausführliche. Dafür danke dann ICH  !
Andere haben von mir verlangt zu schweigen. Nein, werde ich sicher nicht.
Und Sie ?
LG, Dieter Höhnen Dienstag, 13. Februar 2024

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