Die nächste Chance gibt es erst wieder in 14 Jahren

Politiker großer Parteien aus Chorweiler fordern Nachbesserungen bei dem geplanten Ausbau der Autobahn 57

Als bevölkerungsreichstes Bundesland bekommt Nordrhein-Westfalen bis zum Jahr 2030 für Neu- und Ausbau von Straßen mit fast 13 Milliarden Euro den größten Anteil (19,2 Prozent) aus dem Bundesverkehrswegeplan, der im Frühjahr von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt vorgestellt wurde.

Die chronisch überlastete Autobahn 57 soll im Zuge der Umsetzung des Planes an mehreren Stellen, darunter auch zwischen dem Autobahnkreuz Köln-Nord und dem Autobahndreieck Neuss-Süd (A 46), auf sechs Spuren ausgebaut werden.

Der Geldregen vom Bund rief sofort alte Forderungen der Lokal- und Landespolitiker auf den Plan. Vertreter mehrerer Parteien fordern nämlich schon seit Jahren zum einen die Verlängerung des Blumenbergsweges (L 43) bis zur Autobahn 57, zum anderen die Anbindung des Chorweiler Zubringers auf die A57 in Richtung Krefeld. Eine entsprechende kleine Anfrage stellte im April der Landtagsabgeordnete der CDU Christian Möbius.  Die Antwort der Landesregierung gab wenig Hoffnung für beide Anliegen. In der Pressemitteilung schrieb Möbius am 12. Mai: „In seiner Antwort teilte Landesverkehrsminister Groschek (SPD) dem Kölner Landtagsabgeordneten mit, dass die beiden Projekte als nachrangig eingestuft seien und die Maßnahmen derzeit nicht beplant werden.“ Und weiter „Während der Bund den Ausbau der A 57 tatkräftig angeht, tut die Landesregierung nichts, um die Zuwegungen zur A 57 zu verbessern. Leidtragende sind die Bürger im Kölner Norden, die hinnehmen müssen, dass sich der Verkehr durch die Ortschaften schlängelt, statt direkt zur Autobahn geführt zu werden“, so der CDU-Abgeordnete.“

Die Bezirksvertretung Chorweiler fordert auch seit Jahren die Anbindung über den Blumenbergsweg an die A57.

Auch der SPD-Landtagsabgeordnete aus dem Kölner Norden, Andreas Kossiski, scheint mit der Position der Landesregierung nicht zufrieden zu sein. In seiner jüngsten Pressemitteilung vom 22. Mai schreibt er: „Für mich als gewählter Landtagsabgeordneter für den Kölner Norden bedeutet dies, dass jetzt zeitnah alle politisch Beteiligten unter wirksamer Mitsprache der im Kölner Norden betroffenen Bürgerinnen und Bürger, wie auch der durch den Gütertransport betroffenen Handels- und Industrieunternehmen Lösungen diskutieren müssen, um im Kölner Norden eine zukunftsorientierte Verkehrsinfrastruktur zu schaffen. Getrennte Zuständigkeiten von Verwaltungen und politischen Entscheidungsträgern dürfen dafür kein Hindernis sein und müssen in einem Dialog auf Augenhöhe zu vernünftigen und ganzheitlichen Lösungen führen. “

Ob die erhoffte Anbindung des Chorweiler Zubringers und des Blumenbergweges im Zuge der Realisierung des  Bundesverkehrswegeplanes zustande kommen wird, bleibt abzuwarten. Die nächste Chance ergibt sich erst wieder in 14 Jahren.

23.05.2016, Alexander Litzenberger

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