Nur eine von zehn Strassen in Köln trägt einen weiblichen Namen

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Nur circa 10% der Kölner Straßennamen sind Frauen gewidmet . Das findet die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) in Köln nicht gerecht und macht mit ihren Aktionen auf das Thema aufmerksam. Ein Gastbeitrag von Ayfer Sevim (SPD, ASF)

Am Morgen des 11. Juni 1964 an einer Volksschule im Kölner Stadtteil Volkhoven hatte ein geistig Verwirrter eine Klasse mit einem selbstgebauten Flammenwerfer und einer Lanze angegriffen und verletzte acht Kinder und zwei Lehrerinnen tödlich. Weiterhin erlitten 20 Kinder und zwei Lehrerinnen schwere Brandverletzungen.

Auf dem Foto (v.L.n.R.):  Ayfer Sevim, Sara Tewelde-Negassi, Gerti Kircher, Irmgard Stolpen, Helga Wagner (SPD Chorweiler).

Die schwer verletzte Lehrerin Anna Langohr, die sich schützend vor ihre Schüler stellte, schwebte eine Woche lang in Lebensgefahr und konnte das Krankenhaus erst nach vier Monaten verlassen. In Würdigung ihres Einsatzes für ihre bedrohten Schüler wurde sie von Papst Paul VI. mit dem Ehrenkreuz Pro Ecclesia et Pontifice (lateinisch „Für Kirche und Papst“) ausgezeichnet.

Der Kölner Oberbürgermeister John van Nes Ziegler überreichte ihr die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, und das Land Nordrhein-Westfalen ehrte sie mit der Rettungsmedaille des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet, „weil sie unter Einsatz ihres Lebens versuchten, eine drohende Gefahr von den ihnen anvertrauten Kindern abzuwenden“. In den Schuldienst kehrte sie nicht mehr zurück, sie leitete jedoch über viele Jahre einen Altenkreis in Volkhoven.

Anna Langohr starb am 27. Januar 1990 im Alter von 93 Jahren.

Ayfer Sevim

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