Schülerhilfe Chorweiler empfiehlt: Auch in den Sommerferien Bücher lesen oder Einmaleins üben

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Dipl.-Math. Dimitrij Nosko, Inhaber der Schülerhilfe-Filale Chorweiler

Dimitrij Nosko ist Inhaber von mehreren Schülerhilfe-Filialen in Köln und außerhalb. Eine davon befindet sich in der Mitte von Chorweiler am Bahnhof. Die Institution gibt es seit 10 Jahren. Sie hat bereits mehreren Hundert Schülerinnen und Schülern geholfen, den Anschluss in der Schule nicht zu verlieren. Die Kinder werden in kleinen Gruppen von erfahrenen Lehrkräften individuell betreut. Die Schülerhilfe kooperiert auch mit Grundschulen. Im Vorfeld der Sommerferien haben wir mit ihm über den Nutzen des Lernens auch in der Auszeit gesprochen.

Herr Nosko, in knapp zwei Wochen beginnen die Sommerferien in NRW. Sollte man als Eltern von Schulkindern dem Nachwuchs die Zeit gönnen komplett von der Schule abzuschalten oder doch die Kinder fördern bzw. auf die nächste Klasse vorbereiten?

Die schlechten Noten resultieren daraus, dass im Laufe der Zeit Wissenslücken entstehen: Das Kind war krank, die Lehrer sind ausgefallen, die Vertretung hat nicht immer das Sinnvolle gemacht usw. Und das sammelt sich in der Regel Wochen und Monate oder gar Jahre. Und dann muss man es aufholen. Dafür benötigt man auch Zeit. Die langen Sommerferien sind eine gute Zeit, um an diesen Defiziten zu arbeiten. Das sind oft Grundlagen, wie Bruchrechnung, negative Zahlen, Rechtschreibung und einiges mehr, an denen man mit dem Kind arbeiten kann. Die Ferien sind natürlich dazu da, um abzuschalten und den Kopf wieder frei zu bekommen. Nur wer im neuen Schuljahr mitkommen will, muss etwas vorleisten. In den Sommerferien kommen die Kinder zwei Mal in der Woche für 90-Minuten zu uns, um eben die Grundlagen zu üben. Es bleibt also noch viel Zeit übrig für den Sommerspaß. Das Mindeste, das praktisch alle Eltern zusammen mit dem Kind machen können – regelmäßig Bücher lesen, beziehungsweise dass das  Kind selbst liest. Oder das kleine Einmaleins üben. Man darf allerdings auch nicht zu viel vornehmen, vielleicht 15-20 Minuten am Tag. Mit Spaß an der Sache. Und das nicht jeden Tag, es sind schließlich Ferien.

Können die Eltern diese Aufgabe selbst erledigen?

Natürlich. Die meisten Eltern können bei Grundschulthemen dem Kind sicherlich helfen. Es ist wichtig, dabei diese Art Nachhilfe kontinuierlich zu machen. Allerdings könnte der Lernstoff der älteren Klassen schon zu einer Herausforderung für manche Eltern werden. Institutionen wie Schülerhilfe bieten dabei den Vorteil, dass das Kind außer Haus übt, was es etwas besser diszipliniert und es vom qualifizierten Personal individuell und systematisch betreut wird. Wir vermitteln dem Kind das Gefühl, dass es unterstützt wird und es keine Strafe ist, dass es nun mehr lernen soll. Es ist bei uns da, um den Anschluss nicht zu verlieren. Die erzielten Erfolge stärken dann das Selbstbewusstsein der Kinder.

Schülerhilfe Nachhilfe Köln-Chorweiler, Londoner Platz 2, 50765 Köln (Direkt an der S-Bahn-Station Chorweiler). Tel.: 0221 / 968876598. Internet: schuelerhilfe.de/nachhilfe/koeln-chorweiler/

Wie genau gehen Sie da vor?

Üblicherweise machen wir bei der Anmeldung einen Test mit dem Kind, der der Klasse entspricht, die es gerade besucht. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für die ersten ca. zwei Wochen für uns, wo wir direkt auf die vorhandenen Defizite eingehen. Wir bearbeiten natürlich den aktuellen Lernstoff des Schülers, aber arbeiten auch Themen ab, wo das Kind Nachholbedarf hat.

Ist Ihre Schülerhilfe-Filiale den ganzen Sommer offen?

In der dritten und vierten Ferienwoche schließen wir, weil wir die Erfahrung gemacht haben, dass viele Eltern mit ihren Kindern in den Urlaub fahren, oder generell ihrem Kind eine Auszeit gönnen möchten. Die letzten ein-zwei Wochen der Sommerferien benachrichtigen wir die Eltern, dass ihre Kinder wieder in die Nachhilfe kommen sollen, um sich auf die Schule vorzubereiten. Das nutzen übrigens viele Schüler bei uns.

Ist das Bildungspaket für Hartz 4 Empfänger noch in Kraft?

Ja, das läuft weiter. Die Betroffenen können bei uns einfach vorbeikommen und die Unterlagen abholen, die sie benötigen, um das Bildungspaket zu beanspruchen. Zuerst soll die Schule auf einem Formular bestätigen, dass das Kind Bedarf für Nachhilfe hat. Wenn der Schritt erledigt ist, muss man nur noch den Bewilligungsbescheid für Hartz 4 nachreichen. Die Anmeldung übernehmen wir dann. Wir haben gute Erfahrungen mit dem Bildungspaket der Stadt Köln gemacht, zumal die Formalitäten vor ca. zwei Jahren vereinfacht wurden.

Wie wählen Sie die Lehrkräfte für den Unterricht bei Ihnen aus?

Wir schauen genau hin, welche Abschlüsse die Kandidatinnen und Kandidaten haben, was sie bis jetzt gemacht haben. Viele unserer Lehrkräfte studieren auf Lehramt und ihnen kommt die Tätigkeit bei uns zugute. Sie lernen den künftigen Beruf ganz praktisch kennen und verdienen dabei Geld. Jede Bewerberin und jeder Bewerber macht erst eine Hospitation bei uns und danach wird entschieden, ob wir zueinander passen. Eine gute, kollegiale Atmosphäre ist uns sehr wichtig. Die meisten Lehrkräfte sind deshalb bei uns mehrere Jahre tätig. Gerade im Mai hat uns eine junge Kollegin verlassen, die nun ihr Studium zu Ende gemacht und eine Arbeitsstelle gefunden hat. Sie war bei uns fünf Jahre beschäftigt und war sehr gerührt, als die Kinder,- mitunter mit Tränen in den Augen-, sich von ihr verabschiedet haben. Das ist der große Vorteil bei uns, dass wir ein fachlich und menschlich kompetentes Team haben, das längere Zeit für die Kinder da ist.

Herr Nosko, vielen Dank für das Interview!

Alexander Litzenberger

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